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Marburg Kurioses rund um den „Rotmützenbuddhismus“
Marburg Kurioses rund um den „Rotmützenbuddhismus“
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18:01 09.04.2014
Anne Kallmann und Pit Metz sind umgeben von recht kuriosen Ausstellungsstücken.Foto: Matthias Weber
Marburg

Wirklich ausdrücken wolle sie mit ihrer Kunst eigentlich nichts, erklärt die Künstlerin Anne Kallmann. „Wenn man sich einmal umschaut, was uns umgibt, sieht man viele lustige und schräge Sachen. Den Spaß findet man schon vor. Ich entwickle ihn nur weiter.“

Diesen Eindruck erhält der Betrachter jedenfalls bei ihrer Ausstellung „In der Wirklichkeit ist die Realität ganz anders“ im Café des Kaiser-Wilhelm-Turms. Farbe und Witz prägen ihre Arbeit. Ihre Kunst beschreibt die gelernte Goldschmiedin und freischaffende Künstlerin als „Nonsens“ und „völlig schräg“. Frei nach dem Motto „Fragen sind wichtiger als Antworten“ und „Unvollkommenheit ist das wesentliche Ziel“ spiegelt ihre Ausstellung große Facettenvielfalt durch unterschiedlichste Exponate wider.

Von bestickten Kissen, die das wohnliche Idyll mit Notausgangschild und Feuerlöscher darstellen, über die Ersatztoilettenpapierrollen-Tagesdecke bis zum aufwendig gestalteten Tafelbild: Die Ausstellung bietet Intelligenz und Humor zugleich. Auf vielen der Exponate befinden sich gestickte Zitate, wie „Wenn man dauernd gewinnt, macht’s viel mehr Spaß“ oder „Alles ist leicht, bevor es schwierig wird“.

Anne Kallmann kommt aus Braunschweig und lebt seit 2003 in Marburg. Ihre Arbeit führte sie bereits nach Paris und Westafrika. Seit 1995 stellte sie ihre Kunst der Öffentlichkeit vor, in Berlin, Kassel und auch Marburg. Angeregt durch einen Zeitungsartikel mit der Überschrift „Vertreiben Buddhas unseren Gartenzwerg?“ beschäftigt sich Kallmann mit dem „Rotmützenbuddhismus“. Ihr Ziel ist es, das Banale und Alltagsvertraute leicht verfremdet darzustellen, um somit eine neue Betrachtung anzuregen, die überraschen oder einfach nur Spaß machen soll.

Damit die Besucher mit der Materie etwas besser umgehen können, verriet Pit Metz bei der Eröffnung in seinem „Impulsreferat“, sollten sie „die mindestens 40 Quadratmeter Zeitschriftenwand der Bahnhofsbuchhandlung studiert haben“. Der Marburger Politiker ging in seinem heiteren und akustisch untermalten Vortrag der Frage nach: „Wie konnte es so weit kommen, dass der niedliche deutsche Gartenzwerg vom dicken Buddha aus unseren Vorgärten  verdrängt werden konnte?“ Etwa ab Mitte des 19. Jahrhunderts bevölkerten die Rotmützenbuddhisten deutsche Muttererde und versahen fürderhin ihr Tagwerk als freundliche Wächter in deutschen Vorgärten, wo ihnen freizügig Asyl gewährt worden sei.

Die Ausstellung ist bis zum 6. Juni geöffnet.

von Matthias Weber

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