Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Kunstprojekt stellt Brustkrebs-Patientinnen in den Fokus
Marburg Kunstprojekt stellt Brustkrebs-Patientinnen in den Fokus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:58 02.10.2021
Am Samstag gibt es eine Fotoausstellung zum Thema Brustkrebs.
Am Samstag gibt es eine Fotoausstellung zum Thema Burstkrebs. Quelle: Privatfoto/Iris Edinger
Anzeige
Marburg

Eine Kunstausstellung zum Thema Brustkrebs wird an diesem Samstag, 2. Oktober, ab 18 Uhr in der Marburger Stadthalle eröffnet. 

Im Projekt „FUCK IT – I’M ALIVE!“ geht es um innere Kraft und das (Über-)Leben mit Brustkrebs. Das Projekt der Fotokünstlerin Iris Edinger soll den Betroffenen eine Stimme verleihen und die von der „Gesunden Stadt Marburg“ organisierte Informationsveranstaltung an diesem Tag zum Thema Brustkrebs ausdrucksvoll und emotional umrahmen. Gezeigt werden großformatige Porträts und Video-Interviews verschiedener Protagonistinnen – darunter auch ein Mann, der von Brustkrebs betroffen war.

 Jährlich erkranken fast 70 000 Frauen und rund 700 Männer an Brustkrebs. Aber wie geht ihr Leben nach der niederschmetternden Diagnose weiter?

In dem Projekt dokumentieren eindrucksvolle Bilder und emotionale Interviews, dass die Porträtierten keine Opfer ihrer Krankheit sind, sondern Kämpferinnen und Überlebende. Sie zeigen stolz, würdevoll und schön das (Über-)Leben. Ihre Stärke soll inspirierend und ermutigend wirken, sowohl für Betroffene als auch für Nicht-Betroffene. „Brustkrebs verändert alles. Er verändert das Leben, die Person, den Blick. Die Krankheit verändert den Körper und Geist“, schreibt die Fotografin Iris Edinger.

Ästhetik des Widerstands

Ihre Serie zeigt Schönheit trotz der Zerstörung. Die Narben und Marker sieht sie nicht als Bild der Entwürdigung und des Kontrollverlustes, sondern als Errungenschaften, die nicht versteckt werden müssen. Sie versteht sie als eine Ästhetik des Widerstands gegen die zerstörende Kraft des Krebses. Die Idee zum Projekt entstand, als die Fotografin Iris Edinger ihrer erkrankten Freundin Marjorieth Sanmartin vorschlug, sie zu fotografieren. „Ihre Einstellung und ihr Lebenswille haben mich beeindruckt. Ich wollte ihr zeigen, wie schön sie ist, trotz des herben Einschnitts in ihrem Leben“, sagt Iris Edinger.

Begeistert von der Idee und den Ergebnissen entwickelten Marjorieth Sanmartin und Iris Edinger daraus zusammen mit dem Designer Jazek Poralla das Kunstprojekt FUCK IT – I’M ALIVE! Marjorieth Sanmartin sprach andere Patientinnen an, die sich, zum Teil nach anfänglichem Zögern, auch vor die Kamera wagten. Das Resultat ist eine beeindruckende Porträtreihe, die Narben und sichtbare Merkmale der Therapie nicht versteckt, sondern den Kampf und die Würde der Betroffenen sichtbar macht und festhält.

Die Ausstellung soll den erkrankten Menschen die Möglichkeit bieten, ihre Geschichte zu erzählen, sich selbst und ihre Stärke (wieder) zu entdecken.

Neben Edingers Freundin waren auch vier weitere Personen bereit, sich der Frage zu stellen: „Was würdest du deinem Krebs sagen, wenn du könntest?“ Die Beantwortung dieser Frage stellte sich für die Protagonistinnen auch als eine Möglichkeit heraus, sich neu zu entdecken und die provokante Frage zu beantworten, ob der Krebs ihnen neben dem Leid und den Schmerzen auch positive Erfahrungen gebracht habe.

Die erste Ausstellung im Juli 2020 in Düsseldorf hatte in nur drei Tagen mehr als 220 Besucher angezogen.

Von Manfred Hitzeroth

Marburg Dunkle Phasen in der Stadtgeschichte - Marburger Skandale aus dem 20. Jahrhundert
01.10.2021
01.10.2021
Marburg Buchvorstellung und Mitmachaktion - Gefahren hinter dem Sofakissen
06.10.2021