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Marburg Altes Format, neues Konzept
Marburg Altes Format, neues Konzept
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19:57 28.07.2022
Professorin Sigrid Hofer (stellvertretende Vorsitzende Kunstverein Marburg) schaut sich ein Werk aus der Ausstellung an. Links: Der siebenjährige Anton Aina hat das Schweinchen „Sommertraum“ gestaltet.
Professorin Sigrid Hofer (stellvertretende Vorsitzende Kunstverein Marburg) schaut sich ein Werk aus der Ausstellung an. Links: Der siebenjährige Anton Aina hat das Schweinchen „Sommertraum“ gestaltet. Quelle: Larissa Pitzen
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Marburg

Schon im Eingangsbereich der Ausstellung „KUNST… in Marburg“ des Marburger Kunstvereins springen einem Formen und Farben entgegen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Vom Vulkangestein-Querschnitt bis zum Spiegelei an der Wand ist alles dabei.

Eine Besonderheit der diesjährigen Ausstellung: Alle Mitglieder des Kunstvereins haben die Möglichkeit, auszustellen. Eine Jury gibt es in diesem Jahr nicht. Sogar Kinder und Enkel der Mitglieder bis zu zwölf Jahren dürfen ihre Werke ausstellen.

Dabei handelt es sich nicht nur um Bilder: „Wir haben klassische Aquarelle, Installationen und Objekte“, sagt Dr. Michael Herrmann, Vorsitzender des Kunstvereins Marburg. Herrmann kennt die Idee schon aus anderen Städten: „In Berlin beispielsweise gibt es solche Mitgliederausstellungen schon länger und das sehr erfolgreich.“

Jung und Alt gemeinsam in einer Ausstellung

In den vergangenen Jahrzehnten habe es mehrere Konzepte für die alle zwei Jahre stattfindende Ausstellung gegeben. So durften ursprünglich alle künstlerisch Tätigen aus Marburg und Umgebung ihre Werke einreichen, unabhängig davon, ob sie Mitglied des Vereins waren. Eine unabhängige Jury wählte dann aus, welche eingereichten Arbeiten ausgestellt werden.

In der jüngsten Vergangenheit hatte sich die Jury im Vorfeld auf bestimmte Kunstschaffende geeinigt und diese dann gezielt eingeladen, ihre Werke in der Ausstellung zu präsentieren. Das sollte sich in diesem Jahr vor dem Hintergrund des Stadtjubiläums Marburg800 ändern.

Jedes Mitglied konnte ein Werk einreichen. „Wir haben durchweg positives Feedback erhalten. In diesem Jahr finden Sie Werke vom Hobbymaler bis hin zu studierten Kunsterziehern und Künstlern“, erklärt Herrmann. Einer der jüngsten Künstler ist gerade einmal sieben Jahre alt. Anton Aina gestaltete bei einem Besuch der Großeltern ein buntes Schweinchen, welches nun schon als kleines Highlight der Ausstellung gilt.

Hervorgestochen ist auch ein besonders wertvolles Objekt. Ein originaler, funktionstüchtiger Macintosh Plus, der im Innengehäuse von Steve Jobs signiert wurde. Dieser soll versteigert werden. Der Erlös kommt dem gemeinnützigen Projekt „Straßenkinder in Addis Abeba“ zugute.

Professorin Sigrid Hofer (stellvertretende Vorsitzende) und Herrmann rechnen mit hohen Besucherzahlen. Die Werke werden ausschließlich im Obergeschoss des Kunstvereins-Gebäudes ausgestellt. Der Grund dafür sind Renovierungsarbeiten nach einem Wasserschaden. Der Zugang zur Ausstellung ist barrierefrei möglich.

Die Ausstellung wird an diesem Freitag, 29. Juli, um 18 Uhr offiziell eröffnet und ist jeweils von Dienstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr und Mittwoch von 11 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Von Larissa Pitzen