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Marburg Kunst- und Kulturweg mit 26 Stationen fertig
Marburg Kunst- und Kulturweg mit 26 Stationen fertig
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18:58 24.04.2021
Früher lebten in diesen Häusern Michelbacher Tagelöhner, heute sind sie schmuck restauriert. Sie sind Teil des Kunst-und Kulturwegs Michelbach.
Früher lebten in diesen Häusern Michelbacher Tagelöhner, heute sind sie schmuck restauriert. Sie sind Teil des Kunst-und Kulturwegs Michelbach. Quelle: Werner Becker
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Michelbach

Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg war Michelbach noch ein kleines Dorf im Norden von Marburg. Seither ist das 1971 nach Marbach und 1794 mit Marbach von Marburg eingemeindete, rund 1200 Jahre alte Dorf rasant gewachsen – vor allem nach dem Beschluss, ab 2004 in Michelbach-Nord ein großes Wohngebiet zu erschließen. Heute hat Michelbach mehr als 2.000 Einwohner – optisch klar getrennt in einen alten und einen neuen Ortsteil.

Diese beiden Ortsteile verbinden will der Kunst- und Kulturweg Michelbach, der Ende 2020 fertiggestellt wurde. Er ist nach Angaben von Dr. Peter Pittner rund vier Kilometer lang und umfasst 26 Stationen. Pittner ist Vorsitzender des Vereins Kulturcafé Michelbach, der maßgeblich an der Planung des Kunst- und Kulturwegs beteiligt war.

Die Idee geht zurück auf das Jahr 2015

„Man kann den Weg erwandern und er wird durch Informationstafeln, die an Pfosten und Lichtmasten angebracht sind, zu den Kulturdenkmälern, zu Kunstobjekten und zu Naturbesonderheiten geführt. Das stilisierte Rotschwänzchen als Logo weist auf ihn hin“, erklärt Pittner. Der Weg ist in einem Prospekt beschrieben, der auch im Tourismusbüro der Stadt Marburg erhältlich ist. Ausführliche Informationen zu allen Stationen des Wegs gibt es auch auf der Internetseite der Marburg-Tourismus GmbH: www.marburg-tourismus.de/kkm.

Die Idee geht zurück auf das 2015 von der Stadt Marburg ins Leben gerufene „Integrierte Kommunale Entwicklungskonzept“ (IKEK), das die Außenstadtteile von Marburg in den Blick rückte. Eine Arbeitsgruppe Michelbacher Bürgerinnen und Bürger habe dabei eine Vision formuliert, so Pittner: „Michelbach – ein Ort wächst näher zusammen“. Die Trennung zwischen dem alten Michelbach und dem neuen Michelbach-Nord durch das nicht bebaute grüne Band des „Ewigen Tals“ sollte überwunden werden.

Jede Station anders

Die Idee des Rundwegs war geboren – und er ist aufwendig gestaltet: „Jede Station ist mit einem Text beschrieben und mit Fotos illustriert. Man kann sich die Texte auch vorlesen lassen. Die Verbindung zwischen der Informationstafel an den einzelnen Stationen des Weges und den Erläuterungen im Internet geht über den QR-Code, der auf den Informationstafeln aufgedruckt ist und mit einem Smartphone abgerufen werden kann“, erklärt Pittner.

Der Rundweg soll, so die Hoffnung der Initiatoren, nicht nur Besucherinnen und Besucher animieren, nach Michelbach zu kommen, sondern vor allem alle Bürgerinnen und Bürger aufrufen, Michelbach als Ganzes zu erleben. Er führt an den meisten Kulturdenkmälern in Michelbach vorbei.

Teil ist die Martinskirche

Dazu gehören etwa die Martinskirche, Marburgs älteste Kirche, aber auch historische Tagelöhnerhäuser und Hofanlagen sowie Naturbesonderheiten wie die Hessenwiese, die Bürgerwiese und die historische Wiese mit alten Obstsorten und das ‚Ewige Tal’ als Naherholungsgebiet.

Zudem werden auf dem Weg einige Kunstobjekte präsentiert, deren Anzahl in den letzten Jahren zugenommen habe, wie Pittner betont. Speziell für den Kunst- und Kulturweg wurde 2020 nach einer Ausschreibung zum Thema „Trennung-Verbindung“ die Installation „Zollstock Michelbach“ der Battenberger Künstlerin Marlit Peikert auf dem Fußweg aufgestellt, der die beiden Ortsteile verbindet. „Durch seine Größe soll er symbolisch den Abstand der beiden Ortsteile zueinander sichtbar machen, ihn sichtbar vermessen. Er soll aber andererseits an alle appellieren, diesen Abstand zu verringern, ihn zu überwinden“, erklärt Pittner.

Region Marburger Land ist größter Förderer

Der größte Teil des Kunst- und Kulturwegs wurde durch die Region Marburger Land mit dem Regionalbudget gefördert, ein Förderprogramm der Bundesrepublik Deutschland und des Landes Hessen. Den restlichen Teil haben die Stadt Marburg, Marburger und Michelbacher Firmen, Organisationen, Vereine und Privatpersonen zur Verfügung gestellt. Die Federführung des Projekts lag beim Verein Kulturcafé Michelbach, wo das Konzept erarbeitet, Fördergelder und Spenden eingeworben wurden.

„Aber ohne die Mitwirkung von vielen Michelbachern, die bei der Textauswahl und den Hörfassungen mitwirkten, Fotos zur Verfügung stellten, Bänke aufstellten sowie Schilder und Informationstafeln anbrachten, wäre das Projekt in der Kürze der Zeit nicht zustande gekommen“, freut sich der Vorsitzende des Vereins Kulturcafé Michelbach. Die Initiatoren sind davon überzeugt, „dass der Weg die Attraktivität von Michelbach – und damit auch von Marburg – erhöht und zur Lebensqualität beiträgt“.

Von Uwe Badouin

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