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Marburg Viele Kunden unterstützen ihre Lieblingsläden
Marburg Viele Kunden unterstützen ihre Lieblingsläden
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14:00 11.01.2021
Leere Oberstadt in Marburg.
Leere Oberstadt in Marburg. Quelle: Björn Wisker
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Marburg

Wegen der Corona-Pandemie sind derzeit Restaurants und viele Geschäfte geschlossen – eine harte Zeit für Geschäftsleute und Beschäftigte in den betroffenen Branchen. Doch trotz der Schließungen können Kundinnen und Kunden ihre Lieblings-Läden und -Lokale unterstützen – und das nutzen offenbar auch viele. Seit 1. Dezember sind über das Portal Marburg-Liebe.de Hilfsgutscheine im Wert von 15 000 Euro verkauft worden. Das berichtete Daniela Maurer, stellvertretende Geschäftsführerin des Marburger Stadtmarketings, auf Anfrage der OP. Die Verkaufszahlen steigen derzeit nach Angaben des Stadtmarketings leicht an. Auch der Verkauf der allgemeinen Marburg-Gutscheine, die nicht in einem speziellen Laden eingelöst werden müssen, hat sich im Dezember nach Angaben des Stadtmarketings fast verdoppelt.

Das Projekt „Marburger Hilfsgutscheine“ war im März an den Start gegangen, als zu Beginn der Corona-Pandemie erstmals Geschäfte und Restaurants schließen mussten. Das Prinzip: Kunden können auf www.marburg-liebe.de einen Anbieter auswählen, den sie mit dem Kauf eines Gutscheins unterstützen möchten. Sie zahlen mit PayPal, Paydirekt oder Sofortüberweisung und bekommen per E-Mail einen Gutschein, den sie später einlösen können, wenn das Unternehmen wieder öffnen darf. Das Geld geht direkt an das Unternehmen.

Zum Start nahmen 30 Unternehmen aus Marburg teil, heute sind es 320 aus dem ganzen Landkreis. Innerhalb eines Monats kauften Kunden im ersten Lockdown über die Plattform Gutscheine im Wert von 200 000 Euro. Anfang Mai wurden die Corona-Bestimmungen gelockert – damit nahm auch der Verkauf der Gutscheine wieder ab. Mit dem Beginn des zweiten Lockdowns hat auch das Interesse an Gutscheinen wieder zugenommen.

Viele heimische Geschäfte bieten inzwischen auch „Click and Collect“ an – also die Möglichkeit, Waren zu bestellen und anschließend abzuholen. Die auf Marburg-Liebe.de vertretenen Unternehmen können dort auch angeben, ob man bestellte Waren abholen kann und ob sie einen Online-Shop haben oder einen Lieferdienst anbieten. Eine einfache Liste mit Kontaktdaten findet sich auch unter www.marburg-liefert.de. Und in der Facebook-Gruppe „LieferungVersorgungMarburg“ veröffentlichen Geschäfts- und Restaurantinhaber ihre Angebote – und Kunden berichten zum Beispiel, wo sie gerade ihr Essen abgeholt haben.

Stadtmarketing: Unterstützung jetzt noch wichtiger

„Die Unterstützung unserer lokalen Unternehmen ist jetzt noch wichtiger als im ersten Shutdown“, betonte die stellvertretende Stadtmarketing-Geschäftsführerin Daniela Maurer. „Das vorzeitig beendete Weihnachtsgeschäft war zu kurz, um die Umsatzeinbußen aus dem Jahr 2020 wettzumachen. Unser Appell ist daher: Solidarisiert euch mit eurem Lieblingsladen! Nehmt Kontakt auf, holt eure Artikel ab oder kauft Hilfsgutscheine – jede Hilfe wird jetzt gebraucht.“

Das Stadtmarketing hat inzwischen die Plattform Marburg-Liebe.de weiterentwickelt. So kann man inzwischen Unternehmen mit einer Suchfunktion finden. Unternehmen können auch Fotos und Videos einbinden und zu ihrer Internet-Adresse oder Facebook-Seite verlinken. Das Stadtmarketing hofft, dass erneut so viele Hilfsgutscheine verkauft werden wie im Frühjahr – damit die heimischen Läden und Lokale die Zeit der Schließung überstehen.

von Stefan Dietrich