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Marburg Kritik an Corona-Schutzkonzept
Marburg Kritik an Corona-Schutzkonzept
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20:22 04.08.2022
Laut Schutzkonzept könne die Maskenpflicht wiederkommen. (Symbolfoto)
Laut Schutzkonzept könne die Maskenpflicht wiederkommen. (Symbolfoto) Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
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Marburg

Tag nach der Vorstellung des Entwurfs für ein neues Infektionsschutzgesetz wird viel Kritik laut. Professor Harald Renz, Direktor des Instituts für Laboratoriumsmedizin der Philipps-Universität Marburg, hält den Entwurf gleich aus mehreren Gründen für unzureichend. Zum einen sieht Renz kein wirklich „klares Plädoyer“ für die Nutzung von FFP2-Masken. Zum anderen drängt der Mediziner darauf, dass Gratis-Tests ohne Eigenbeteiligung angeboten werden müssten. Im Hinblick auf die weitgehende Entscheidungsfreiheit der Bundesländer schlägt Renz ein bundeseinheitliches Ampel-Prinzip vor, nach dem sich die Länder je nach Lage richten sollten. Schließlich kritisiert der Marburger Professor die Effektivität bisheriger Impfkampagnen.
Bundesweit stieß der Gesetzentwurf auf geteiltes Echo. Dass das Konzept keine pauschalen Schließungen von Schulen vorsieht, wurde etwa von Ärztevertretern begrüßt. Von Lehrervertretern kam Zuspruch dafür, dass die Bundesländer ab Oktober an weiterführenden Schulen eine Maskenpflicht verordnen können sollen. Es wurde aber auch der Vorwurf laut, dass manche Regelungen nicht alltagstauglich seien.
Das Corona-Schutzkonzept sieht unter anderem eine bundesweite Maskenpflicht in Bus, Bahn und Flugzeugen vor. Zudem soll ab Oktober eine Masken- und Testpflicht in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gelten. Die Bundesländer sollen von da an auch Maskenpflichten in öffentlich zugänglichen Innenräumen verhängen und Tests in Schulen, Kitas und Einrichtungen zur Unterbringung von Asylbewerbern vorschreiben dürfen.
Die Bundesärztekammer bemängelte, dass sich das Corona-Schutzkonzept an einigen Stellen „leider noch im Vagen“ halte. Der Deutsche Städtetag sieht offene Fragen. „Wird im Herbst wieder der kostenlose Bürgertest für alle eingeführt? Wie geht es mit der einrichtungsbezogenen Impfpflicht weiter? Dazu erwarten wir sehr bald Antworten der Bundesregierung“, sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy. Auch das Land Hessen sieht noch Fragen. „Einige Punkte sind noch offen, bedürfen der Prüfung oder müssen verhandelt werden“, sagte der Chef der Staatskanzlei, Staatsminister Axel Wintermeyer (CDU).

Lesen Sie den ausführlichen Artikel (kostenpflichtig) hier: Renz sieht Gesetzentwurf kritisch