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Marburg Kreis will bei Gewobau einsteigen
Marburg Kreis will bei Gewobau einsteigen
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17:58 04.01.2021
In der Kreistagssitzung (Archivbild) in der Stadthalle Stadtallendorf stand das Thema Wohnungsbaugesellschaft auf der Agenda. Quelle: Thorsten Richter
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Stadtallendorf

Die Wohnungsmarktanalyse von 2018 zeigt: Im Kreis wächst der Bedarf an günstigem Wohnraum, es fehlt an rund 635 Wohnungen. Die Förderung des Wohnungsbaus war am Freitag auch Thema im Kreistag, der auf eine mögliche Kooperation mit der Marburger Gewobau setzt, eine eigene Wohnungsbaugesellschaft dabei mehrheitlich ablehnt.

SPD und CDU brachten dazu einen Antrag ein, um mit der Stadt Marburg über eine potenzielle Beteiligung an der Gewobau GmbH zu verhandeln. Das Ziel: „Im Kreisgebiet notwendigen und bezahlbaren Wohnraum durch Neubau oder Bestandsqualifizierung zu schaffen.“

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Potenzial sehe man in einigen Baugebieten oder bei Bestandbauten in einigen Kommunen. Dazu solle im Anschluss an die Verhandlungen zudem ein Finanzierungsvorschlag aufgestellt werden. In welcher Höhe sich der bewegen könnte, steht noch nicht fest.

Linke fordert Leerstandskataster

Für die Wohnungsbaugesellschaften, an denen der Kreis bereits beteiligt ist, wurden im Rahmen des Zukunfts-Pakets zur Bewältigung der Corona-Krise 250.000 Euro bereitgestellt. Hinzu komme das 2019 gemeinsam mit der Stadt über die Gewobau geplante Bauvorhaben an der Beltershäuser Straße auf einem Kreis-Grundstück . Das solle vertieft werden, „was liegt nun näher, als die Kooperation mit der Gewobau zu intensivieren?“, sagte Klaus-Dieter Engel (SPD).

Ein Änderungsantrag der Linken stellte dagegen den sozialen Wohnungsbau in den Fokus und sah eine Quote vor – mindestens 200 barrierefreie Sozialwohnungen sollten innerhalb von fünf Jahren gebaut werden. Zudem forderte die Fraktion den Aufbau eines Leerstandskatasters über freien Wohnraum im Kreis, etwa für vorhandene Flächen, die preisgünstig erworben werden könnten.

Der Ursprungsantrag weise dahingehend „keine Strategie“ auf, bilde weder Zahlen noch Standorte ab, kritisierte Fraktionsvorsitzende Anna Hofmann. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen sah dagegen den Aufbau einer Strategie zur Förderung des sozialen Wohnungsbaus vor, dazu erfolgreiche Praxisbeispiele aus anderen Kreisen aufzugreifen. Die Grünen kritisierten das Aus der vor mehreren Jahren geplanten Gründung einer kreiseigenen Gesellschaft, um Sozialwohnungen zu bauen.

Nach den Ergebnissen der Wohnungsmarktanalyse wurde davon aus Kostengründen abgesehen. Sich nun aber rein auf die Gewobau zu verlassen, sei „ziemlich einfach“, sagte Fraktionsvorsitzende Sandra Laaz (Grüne).

Die Gesellschaft könne den bedarf nicht decken, sei „in keiner Weise“ dazu fähig, neben Marburg, auch im Landkreis für ausreichend Wohnraum zu sorgen – in den letzten vier Jahren seien nur zwölf Sozialwohnungen entstanden. Als sinnvoller erachten die Grünen daher eine Kooperation mit anderen Gesellschaften wie etwa der GWH. Der ursprüngliche Beschluss wurde mit den Ja-Stimmen von SPD, CDU, FDP, AfD und einem Vertreter der Freien Wähler (FW) angenommen.

Die Grünen enthielten sich, Linke, Liberale und Piraten sowie der Rest der FW stimmten mit Nein.

Von Ina Tannert

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