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Marburg Kostenexplosion überschattet Stadthallen-Konzept
Marburg Kostenexplosion überschattet Stadthallen-Konzept
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06:15 28.05.2012
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Marburg

Das kann leider immer noch keiner exakt sagen. Fest steht, dass alles viel teurer geworden ist, als noch vor einem Jahr geplant. Damals beschloss das Marburger Parlament, dass die Sanierungskosten nicht mehr als 16,3 Millionen Euro betragen dürfen. Jetzt sind es mindestens (!) 23 Millionen Euro, weitere Ausgaben sind vorhersehbar. Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) und Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) erklären, dass die Angaben von damals unter anderem auf Erfahrungswerte beruhten und jetzt eine genaue Planung und Kalkulation vorliegt. Was waren das bloß für Erfahrungswerte? Vor einem Jahr waren sicherlich keine Dilettanten am Werk.

Vielmehr ist anzunehmen, dass aus taktischen Gründen nicht alle Karten auf den Tisch gelegt wurden und das Vorhaben ein wenig schön- und schlankgerechnet wurde. Man wollte wohl erst einmal politischen Konsens erzielen und grünes Licht für den Grundsatzbeschluss haben. Es wäre nicht das erste Mal, dass die Schlussrechnung für ein Projekt in Marburg viel höher als erwartet ausfällt. Der Sprungturm des AquaMar oder der Kauf des Volksbankgebäudes sind weitere Beispiele. Im Fall der Stadthalle ist die Kostensteigerung nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen bitter. Sie überschattet nämlich auch das Konzept. Der Umbau des altbackenen Erwin-Piscator-Hauses in eine moderne Kulturhalle ist wichtig.

Es ist daher ein Jammer, dass die Halle zum Marburger Symbol für Kostenexplosion wird.