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Marburg Kompositionen begeistern Publikum
Marburg Kompositionen begeistern Publikum
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09:59 23.04.2019
„Holger Mück & seine Egerländer Musikanten“ begeisterten am Samstagabend mit ihrem abwechslungsreichen Konzert gut 800 Zuhörer im Erwin-Piscator-Haus. Quelle: Nadine Weigel
Marburg

Das gut 140-minütige Konzert stand unter dem Motto „Eine Hommage an den legendären Ernst Mosch“. Vor gut 60 Jahren wurden die ursprünglichen „Egerländer Musikanten“ gegründet. Seitdem haben sie über 40 Millionen Schallplatten verkauft und mehr als 1 000 Konzerte in 42 Ländern gespielt. In Gedenken an Ernst Mosch hatten „Holger Mück & sein Egerländer Blasorchester“ eine ganz besondere Titelauswahl getroffen: „Egerländer Blasmusik aus Leidenschaft, die unter die Haut geht.“

Gut 800 Liebhaber der Volks- und Blasmusik waren aus dem Häuschen. Leidenschaftliche Interpretationen beliebter und unvergesslicher Egerländer Melodien gehörten genauso zum Live-Programm wie speziell zugeschnittene neue, ideenreiche Kompositionen und Arrangements. Die Verbundenheit zur Egerländer Blasmusik zeigte das Ensemble nicht nur durch den ebenso weichen wie temperamentvollen Klang, sondern auch optisch durch die original Egerländer Tracht.

Unter der schwungvollen Leitung seines „Chefs“, Trompeters, Komponisten und Solisten Holger Mück lief das Orchester zur Höchstform auf. Die 21 Vollblutmusiker, Solisten und Sänger aus Nordbayern, Sachsen, Unterfranken, Oberfranken, Hessen und der Oberpfalz präsentierten Interpretationen beliebter Egerländer-Melodien und eigene Kompositionen, Walzerstücke, spritzige Polkas und flotte Märsche.

Spielfreude ist Zutat des Egerländer-Sounds

Das Gesangsduo Sandra Spindler und Holger Mück bot Songs wie „Wir sind Egerländer Musikanten“, das Schunkelstück „Mama-Walzer“, den Walzer „Im Tal der Liebe“ oder „Du bist eine Sünde wert“ und gemeinsam mit Kalle Belz ein Ernst-Mosch-Medley unter anderem mit „Dein liebes Bild trag ich noch bei mir“, „Die Musik geht ins Blut“, „Sag mir etwas Liebes“ und den Mega-Hit „Wir sind Kinder von der Eger“.

Musikalischer Ausdruck, Spielfreude und ausgefeilter Stil waren die Zutaten für den Egerländer-Sound. Darüber hinaus leistete das Orchester mit eigenen Kompositionen wie „Im Herzen jung“, „Gipfelstürmer“ oder der von Holger Mück komponierten „Finkensteinpolka“ ihren Beitrag zur Erhaltung dieser Musiktradition.

Der Orchester-Chef präsentierte zudem den „Alphorn-Casanova“ oder auf der Trompete das Solostück „Bavaria“. Songs wie „Ein Tag ohne Dich“, „Es war im Böhmerwald“, „Auf der Vogelwiese“ oder „Rosamunde“ gehörten ebenso zum Programm wie ein Orchester-Medley.

Mit der Titelmelodie „Egerländer Blut“ begann das Ensemble das musikalische Feuerwerk. Schon vom ersten Takt an animierten die bekannten Melodien das Publikum zum Mitsingen und zum Mitklatschen. Mit ausgewogenem Klang und gekonnten Dynamikwechseln gelang es dem vor 14 Jahren gegründeten Orchester, auch altbekannte Blasmusikstücke frisch erklingen zu lassen. 

Mück verfeinert Klang mit Klarinetten und Hörnern

Der 44-jährige Holger Mück hat den Egerländer-Klang mit Flügelhörnern und Tenorhörnern, knackigen und swingenden Trompeten und Posauen sowie quirligen Klarinetten weiter verfeinert. Und der Frontmann an der Trompete und am Alphorn stellte das virtuose Können seiner Kapelle mit vielen „alten Hasen“ und „jungen Wilden“ noch zusätzlich heraus.

Mit Zugabetiteln wie „Egerland, Heimatland“ oder dem zünftigen „Radetzky-Marsch“ wurden die Besucher verabschiedet, die sich mit stehenden Ovationen und lang anhaltendem Beifall bedankten.
Charmant, gekonnt, gewitzt und mit Geschichten oder Gedichten von Johann Wolfgang von Goethe führte Sandra Spindler durch das Programm. Sie sorgte mit ihrer Moderation und ihrem Gesang für eine angenehme Atmosphäre und eroberte so im Handumdrehen das Publikum.

von Herbert Lenz