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Marburg Kontaktlos im Advent Gemeinschaft spüren
Marburg Kontaktlos im Advent Gemeinschaft spüren
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07:58 23.11.2020
Wer mag das nicht? Eine schöne Überraschung vor der eigenen Haustür. Das Dorfwichteln kann komplett kontaktlos vonstatten gehen und dennoch für viel Freude und Spaß sorgen. Quelle: Foto: Götz Schaub
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Marburg

Wo ein Wille, da auch eine Idee. Corona muss längst nicht alles, was uns in dieser Jahreszeit wichtig ist, komplett zum Erliegen bringen. Ein Beispiel: Die Jugendfeuerwehren der Gemeinde Fronhausen riefen alle Kinder im Laternenumzugsalter dazu auf, sich an einem bestimmten Abend mit ihrer Laterne zu Hause zu präsentieren. Die Feuerwehr fuhr die Straßen ab und brachte jedem vorher gemeldeten Kind eine Martins-Brezel vorbei.

So traurig es die Kinder empfunden haben mögen, in diesem November auf den Laternenumzug mit all seinen Programmpunkten verzichten zu müssen, so wird doch genau diese Aktion der Jugendfeuerwehr dazu beitragen, dass dieser Tag nicht völlig vergessen wird, sondern viel mehr, dass sich die Kinder an diesen Tag, an dem die Feuerwehr zu ihnen nach Haus kam, um ihre Laterne zu sehen, noch sehr lange erinnern werden und damit auch an die Bedeutung des Martinstages, Dinge zu teilen.

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Wir wär’s mit Dorfwichteln

Da geht sicher auch was in der Adventszeit. In vielen Dörfern des Kreises ist es ja schon zu einer Tradition geworden, einen „lebendigen Adventskalender“ zu organisieren. Sprich: Man trifft sich vom 1. bis 24. Dezember an bestimmten Häusern, um dort gemeinsam ein Tagestürchen zu öffnen und zu erleben, was sich dahinter verbirgt.

Was, wenn das nicht geht? Hier ein paar Ideen, die sich auch zu Corona-Zeiten umsetzen lassen. Für einen bestimmten Tag kann ja ein großes Dorfwichteln organisiert werden. Dabei kommen die Teilnehmer nie direkt zusammen. Sie melden sich einfach bei einem kleinen Organisationsteam an und kommen so in eine Lostrommel. Das Team, zwei aus einem Haushalt oder so, erstellt eine Teilnehmerliste und zieht dann die Lose, wer wen beschenken soll.

Die Ergebnisse können per E-Mail oder Telefon weitergegeben werden. Dann geht es ans Geschenke besorgen oder ans Basteln, um dann am ausgemachten Wichteltag das Geschenk möglichst unbemerkt vor der Haustür des Beschenkten abzustellen. Kann ein großer Spaß werden und lässt sich in vielen Varianten organisieren.

Man kann es auch nur für Kinder machen, oder direkt für eine ganze Familie oder das Losen im Geheimen vornehmen mit Namen von Mitmenschen, die gar nichts davon wissen, um ihnen eine Freude zu machen. Man kann auch 24 „Puzzleteile“ im Din-A4- oder Din-A5-Format x-fach kopiert auf 24 Häuser verteilen, die man eben wie bei einem Adventskalender während eines Dorfspaziergangs einfach an einem bestimmten Tag abholt, um damit zu Hause langsam ein weihnachtliches Bild entstehen zu lassen. Als Gegenleistung bedenkt man die Bewohner der 24 Häuser mit kleinen Aufmerksamkeiten wie selbstgemachte Plätzchen oder einem Lieblingsspruch aus der Bibel oder, oder, oder.

Ein weiterer Vorschlag: Im Dorf wird ein Weihnachtsbaum aufgestellt, an den jeder kleine Zettel dranhängen kann mit kleinen Gefälligkeiten oder Aktionen, die man verschenken will, etwa ein Gutschein über einen Besuch in der Eisdiele, für ein Kino-Erlebnis, für einen Spaziergang, einen Tagesausflug an den Edersee – alles Dinge, auf die man sich im nächsten Jahr freuen kann.

Der Dreh daran kann sein, dass sich die Anbieter in eine Liste eintragen und ihren Vorschlag nur unter einer Nummer veröffentlichen. So werden Beschenkter wie Schenker gleichermaßen überrascht, mit wem sie in besseren Zeiten nach der Pandemie etwas unternehmen werden. Jede Aktion kann dann bildlich oder mit einem Video festgehalten werden und in einen etwas anderen hoffentlich lustigen Dorf-Film- und Foto-Abend münden, zu dem dann alle zusammenkommen.

Vielleicht gibt es gar noch die Möglichkeit, ein Stunden-Krippenspiel an mehreren Orten im Dorf aufzuführen oder sagen wir besser: bestimmte Teile davon. So könnten die drei Heiligen Könige noch umherziehen, während das heilige Paar in einer Scheune auf sie wartet. An anderer Stelle könnten Hirten stehen und allen, die die Krippenspiel-Stationen abgehen wollen, davon berichten, dass ein besonderes Baby geboren wurde. Andere Stationen könnten zwei Engel, ein Stern und auch Kirchenvertreter sein, die etwas zur Weihnachtsgeschichte erzählen.

Dorfmarkt für guten Zweck

Es kann auch ein weihnachtlicher Dorfmarkt organisiert werden. Jeder, der teilnimmt, stellt Dinge vor seinem Haus ab, die andere erwerben können. Das so in kleinen Kassen gesammelte Geld kann zusammen als Spende an eine wohltätige Einrichtung fließen oder ein Projekt im Dorf für alle mit finanzieren helfen.

Über den Info-Schaukasten im Dorf kann man neue Whatsapp-Gruppen ankündigen, etwa für den Austausch von Plätzchen- und Kuchenrezepten oder für den Austausch über Bücher, die man jetzt liest beziehungsweise anschaut. Also, wo ein Wille, da auch ein Weg für eine trotzdem schöne Adventszeit in kontaktarmen Pandemiezeiten.

Wer noch gute Ideen hat, die sich in Vereinen oder Dorfgemeinschaften unter Einhaltung der Corona-Vorgaben umsetzen lassen, kann diese uns gerne zukommen lassen, damit wir sie als weiteren Vorschlag weitergeben können. Einfach eine E-Mail an ­landkreis@op-marburg.de schicken.

Von Götz Schaub

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