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Marburg Kommt in Marburg ein Aufzug zum Schloss?
Marburg Kommt in Marburg ein Aufzug zum Schloss?
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11:00 04.03.2020
Von der Oberstadt zum Schloss via Schrägaufzug - das ist eine Idee, die seit Jahren in Marburg kursiert. Quelle: Fotomontage: OP
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Marburg

Eine weitere Planung für den Schrägaufzug ist nach Angaben der Stadtverwaltung erst sinnvoll, wenn die Philipps-Universität ihrerseits einen möglichen Zeitplan für den möglichen Umzug des Fachbereichs Physik auf die Lahnberge festgelegt hat – und das komme erst nach dem Jahr 2025 infrage. Daher gebe es seit nun rund fünf Jahren keinen Kontakt mehr bezüglich des Schrägaufzugs. Beerdigt ist das Projekt von der Stadt aber nicht.

Der verstorbene Unternehmer, DVAG-Gründer Reinfried Pohl, spendete im Jahr 2011 für dieses Vorhaben drei Millionen Euro an die Kommune – ein Betrag, den die Stadt nach dem vorübergehenden Scheitern des Projekts in einer Übereinkunft mit den Erben für soziale Zwecke verwendet. Wenn die Stadt künftig doch noch einen Schrägaufzug baut, erklärten sich die Pohl-Erben noch im Jahr 2016 bereit, „eine finanzielle Unterstützung zu prüfen“.

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Messinstrumente sind empfindlich

Das war allerdings vor den immer heftiger werdenden Anwohner-Beschwerden über das Hofgut Dagobertshausen und vor allem vor den Querelen rund um den Afföller-Verkauf, das im Herbst 2019 von massiven Protesten begleitete und jüngst gescheiterte Seniorenheim-Projekt der DVAG-nahen Firma MPG. Die geplante Trassenführung des Schrägaufzugs quert – unter- und überirdisch – das Uni-Gelände zwischen den Gebäuden Mainzer Gasse 33 und einem Laborbau. Im Laborgebäude werden nach Uni-Angaben sehr empfindliche Messapparaturen betrieben, die auf kleinste Erschütterungen reagieren. Insofern könne ein Schrägaufzug nicht realisiert werden, solange die Physiker dort arbeiten und studieren.

Das Schloss als Wahrzeichen der Stadt gilt vielen als abgeschnitten von den Touristenströmen: Um angesichts geringer Parkplatzzahl und steilen Gehwegzugängen das Landgrafenschloss besser erreichbar zu machen, entstand einst unter Ex-Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) und Ex-Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) die Idee eines Schrägaufzugs. Einem Verkehrsmittel, das – beginnend an der Wasserscheide in der Oberstadt – sich schienengebunden über den Renthof bis zur Rückseite des Schlosses bewegt. Ein Oberstadt-Haus, das als Einstieg dienen soll, hat die Stadt bereits vor Jahren gekauft.

Von Björn Wisker

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