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Marburg „Gemeinsamkeiten sind aufgebraucht“
Marburg „Gemeinsamkeiten sind aufgebraucht“
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12:59 30.09.2021
Von Links: Bundestagsabgeordnete Sören Bartol (SPD) und Stefan Heck (CDU)
Von Links: Bundestagsabgeordnete Sören Bartol (SPD) und Stefan Heck (CDU) Quelle: Susi Knoll/Tobias Koch
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Marburg

SPD-Spitzenkandidat Olaf Scholz und der CDU-Vorsitzende Armin Laschet buhlen weiter um Grüne und FDP, um Kanzler zu werden. Wie schätzen die frischgewählten Bundestagsabgeordneten aus der heimischen Region die Koalitionsverhandlungen ein: Kommt die Ampel oder Jamaika?

Der mit einer Zustimmung von 97 Prozent wiedergewählte stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion, Sören Bartol (SPD), war gestern guter Laune. „Viele neue Kollegen“ gebe es in der Fraktion, die zudem „bunter“ geworden sei. Klar ist, dass die SPD-Fraktion unter dem ebenfalls mit großer Mehrheit wiedergewählten Vorsitzenden Rolf Mützenich FDP und Grüne zu Sondierungsgesprächen einlädt. Bartol ist sehr optimistisch, was die Chancen zu einer rot-grün-gelben Koalition angeht. „Alle drei Parteien sind Wahlsieger, insofern ist es vielleicht nicht gar so schwierig, sich zusammenzuraufen“, sagt Bartol. Jetzt komme es darauf an, eine gemeinsame inhaltliche Basis und Vertrauen aufzubauen. Er glaube, dass man das hinkriegt. Die Sondierungsgruppen werden außerdem klein genug sein, damit nicht wie vor vier Jahren Einzelheiten frühzeitig bekannt werden. „Die SPD ist jedenfalls vollen Willens, eine gemeinsam von uns, den Grünen und der FDP getragene Koalition unter Bundeskanzler Olaf Scholz zu gründen.“ Angesichts der „Riesenherausforderungen“ wie Klimawandel und der Bewältigung der Corona-Pandemie seien SPD, Grüne und FDP „als Demokraten zum Erfolg verdammt“.

Weniger optimistisch, dafür sortiert und besonnen reagierte der über die Landesliste in den Bundestag eingezogene heimische Christdemokrat Dr. Stefan Heck (CDU). „Wir haben die Wahl nicht gewonnen.“ Der Aufschlag bei den Verhandlungen stehe der SPD zu, weil sie die stärkste Partei sei. Die CDU habe von den Wählern keinen Auftrag zur Regierungsbildung erhalten.

„Dennoch sind wir bereit, Verantwortung zu übernehmen. Das liegt aber nicht in unserer Hand“, bestätigte Heck. Eine große Koalition schloss er indes aus, weil die „Gemeinsamkeiten aufgebraucht sind“.

Von Till Conrad und Silke Pfeifer-Sternke

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