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Marburg Knapp 21.180 Schüler starten ins Schuljahr
Marburg Knapp 21.180 Schüler starten ins Schuljahr
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06:15 12.08.2019
Die Sommerferien sind vorbei, allerorts weisen Plakate, wie hier in der Leopold-Lucas-Straße in Marburg, auf den Start des neuen Schuljahrs hin. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Die Lehrerstellen­ im Bezirk des Staatlichen Schulamts sind konstant geblieben,­ die Zahl der Sozialpädagogen­ steigt leicht an. Das geht aus den Zahlen des Staatlichen Schulamts für den Landkreis Marburg-Biedenkopf hervor, die am Freitag vorgestellt wurden. Demnach starten an den öffentlichen Schulen insgesamt 21 179 Schüler in das Schuljahr 2019/2020. Im Jahr zuvor waren es noch 21 238 Schüler.

Hessenweit hat sich an den Schülerzahlen im Schnitt nichts verändert. Im ganzen Land steigen dagegen die Erstklässler-Zahlen, auch im Kreis. Dort sind es 100 Schulanfänger in öffentlichen Grund- und Förderschulen mehr, insgesamt 2050. Im Vorjahr waren es noch 1950. „Wie schon in den letzten Jahren steigt die Zahl der Schulanfänger weiter“, berichtet Heike Grosser vom Staatlichen Schulamt. Auch an den neun Privatschulen im Kreis treten etwas mehr Schüler das neue Schuljahr an: Ihre Zahl stieg von 2303 auf 2346. Ein ­Zuwachs von 43 Schülern.

"Ganz gut aufgestellt"

Was die Anzahl an Lehrkräften angeht, ändert sich insgesamt nichts, es bleibt bei 2009 Lehrerstellen im Kreis, die von weit mehr Lehrkräften in Voll- und Teilzeit besetzt seien. Neun zusätzliche Stellen gibt es dagegen im sozialpädagogischen Bereich.Trotz gestiegener Schulanfängerzahlen, sei der Bedarf an Lehrkräften konstant geblieben, „bei den Lehrern haben wir eine Punktlandung erreicht“, sagt Burkhard Schuldt, neuer­ Leiter des Staatlichen Schulamts für Marburg-Biedenkopf.  Die Unterrichtsabdeckung sei in allen Schulzweigen „in vollem Umfang“ gesichert.

Gerade im Grundschul- und Förderbereich wäre der Kreis „ganz gut aufgestellt“. Bundesweit herrsche dagegen an Grundschulen stellenweise Lehrermangel, weit mehr als an den weiterführenden Schulen, je nach Schulform und Unterrichtsfach. Auch dort herrsche im Kreis kein Mangel.

Die Besetzung mit Lehrkräften sei jedoch von Natur aus „Spitz auf Knopf“ geplant, ergänzt die stellvertretende Amtsleiterin Gesche Herrler-Heycke. In dem Fall, dass Lehrer auf den Planstellen längerfristig ausfallen, müssten gleichqualifizierte­ Vertreter angestellt werden, was „nicht immer eins zu eins gelingt“. Stellenweise werde zudem auf „Springer“ zurückgegriffen.

Im Gegensatz zu den Gesamtzahlen, gingen die Schülerzahlen in den integrativen Intensivklassen deutlich zurück: Im letzten Schuljahr besuchten insgesamt 704 Intensiv-Schüler die 44 Klassen im Kreis. Im neuen Schuljahr gibt es noch 30 Klassen mit 403 Schülern. Ein Grund dafür sei, dass viele Schüler der Sprachklassen in den regulären Schulbetrieb wechseln konnten, dabei deutlich weniger Schüler nachrücken.

Was die generelle Sprachförderung für angehende Erstklässler angeht, sehen die Schulamtsvertreter den Kreis gut aufgestellt, stehen der aktuellen Debatte über Sprachkompetenzen von Grundschülern gelassen gegenüber: Diese wurde ausgelöst durch den vom stellvertretenden Vorsitzenden­ der Unionsfraktion, Carsten­ Linnemann (CDU), eingebrachten und umstrittenen Vorstoß über eine spätere Einschulung von Kindern mit schlechten Deutschkenntnissen. Eine solche Neuregelung für eine spätere Einschulung betrachtet Schuldt für den Kreis als nicht notwendig, „die Diskussion hat für uns keine Relevanz“. Zumal es eine vergleichbare Regelung bereits gebe, die jedoch kaum Anwendung findet: Bei sprachlichen Hürden kann der Schulanfang schon jetzt für ein Jahr zurückgestellt werden.

Sprachförderung für Vorschüler ist gefragt

Außerdem gibt es regulär die sogenannten Vorlaufkurse für angehende Grundschüler, die bei Auffälligkeiten nach einem allgemeinen Sprachtest des Kindes den Familien nahegelegt werden. Über diese werden die Kinder ein Jahr vor dem eigentlichen Schulstart auch sprachlich auf den Schulbeginn vorbereitet. Darüber hinaus gebe es neben den Sprachintensivklassen an den Schulen zusätzliche, individuelle Deutschförderung. Der Besuch der Vorlaufkurse erfolgt derzeit noch auf freiwilliger Basis.

Das könnte sich ändern: Wie das Kultusministerium zuletzte angekündigt hatte, könnten die Sprachkurse für angehende Grundschüler künftig verpflichtend werden. Eine Notwendigkeit dazu sieht Schuldt nicht wirklich, Hessenweit werden diese schon jetzt zu 90 Prozent angenommen, Marburg-Biedenkopf liege sogar über diesem Schnitt: „Die Frühförderung wird sehr gut angenommen, eine Verschärfung brauchen wir hier nicht.“

von Ina Tannert