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Marburg Gericht soll klären: War es versuchter Mord?
Marburg Gericht soll klären: War es versuchter Mord?
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09:00 02.11.2019
Der Tatort: ein Küstenabschnitt Capo Nero nahe des italienischen Sanremo.  Quelle: dpa
Marburg

Versuchter Mord, ­sexueller Missbrauch, versuchte oder vollzogene Vergewaltigung, gar eine Kombination aus mehreren Gewaltdelikten – noch ist laut italienischen Medien nicht klar, wofür genau sich der Beschuldigte, ein damals 32-jährigen Mann, vor Gericht verantworten wird müssen. Hintergrund sind schwierige und schleppende Ermittlungen in Sanremo, dem Tatort. Was sich jedoch abzeichnet, ist der Prozessbeginn, er ist wohl für Januar kommenden Jahres geplant.

Der mutmaßliche Täter ist in der Nähe jener Stelle gefunden worden, nahe der auch die schwerverletzte Marburgerin entdeckt wurde. Seit seiner Festnahme im Sommer 2018 sitzt er in Untersuchungshaft.

Der Mann, der nach Angaben der italienischen Staatsanwaltschaft aus Nordafrika stammt und auch Verletzungen davontrug, hatte bereits in den Tagen nach der Festnahme gesagt, dass er fast keine Erinnerung mehr an den Abend
habe. Lediglich, dass er die Studentin in einer Bar kennengelernt habe und mit dem Auto zum Küstenabschnitt Capo Nero gefahren sei.

Zeugen wollen Streit beobachtet haben

Doch wie nun durch Recherchen der „HNA“ bekannt wurde, soll der Marburgerin am Abend des Klippensturzes ein Drogencocktail in ein Getränk gemischt worden und die langen blonde Haare abgeschnitten worden sein. Zeugen wollen in der Tatnacht – in der die Studentin etwa 70 Meter in die Tiefe fiel – zudem einen Streit beobachtet haben.

Schwer verletzt war die damals 21-jährige Studentin, die seit etwa einem Jahr wieder bei ihrer Familie in Kassel lebt, in den frühen Morgenstunden von einem Strandwächter gefunden worden. Drei Wochen hatte sie in einem italienischen Krankenhaus gelegen. Mehrere Wochen wurde die einst offenbar in der Nordstadt lebende Studentin anschließend in ihrer Heimatstadt stationär versorgt, Monate der Reha folgten. Ihre ­Eltern fürchten, das berichtet die „HNA“, bleibende gesundheitliche Schäden.

von Björn Wisker