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Marburg Klinikum muss Zettelwirtschaft beibehalten
Marburg Klinikum muss Zettelwirtschaft beibehalten
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10:58 22.08.2021
Das Universitätsklinikum in Marburg.
Das Universitätsklinikum in Marburg. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Um in die Universitätsklinik auf den Lahnbergen zu gelangen, gibt es auch während der Corona-Pandemie hauptsächlich drei Gründe: Man arbeitet dort, man ist Patient oder besucht einen solchen. Als Schlange stehender Besucher keimt in einem jedoch der Eindruck, nicht in ein hochmodernes, mit allerlei elektronischen Geräten ausgestattetes Gebäude zu wollen, sondern eher in eine Amtsstube des vorigen Jahrhunderts.

Formulare werden 30 Tage aufbewahrt

Am Eingang wachen zwei Bedienstete des Klinikums darüber, dass Besucher, wie beim Zutritt zu vielen anderen Gebäuden auch, einen Fragebogen zum Gesundheitszustand ausfüllen und ihre Kontaktdaten angeben. Warum dieses Verfahren zum Registrieren nicht schneller und eleganter, zum Beispiel mittels einer App, zu lösen ist, beantwortet Frank Steibli, Pressesprecher des Universitätsklinikums Gießen und Marburg.

Um Patienten und Mitarbeiter zu schützen, darf nur wer gesund ist das Klinikum betreten, erklärt Steibli die mit Beginn der Corona-Pandemie eingeführten Eingangskontrollen. Um Coronavirus-Einträge ins Haus zu verhindern, kontrollieren die Mitarbeiter deshalb an den Eingängen, ob Besucher und Lieferanten ihre Hände desinfizieren, eine Maske tragen und die Abstandsregeln einhalten. Außerdem müssen Besucher mittels Fragebogen ihren Gesundheitszustand und ihre Kontaktdaten dokumentieren. Dies wird überprüft, der Zettel ist beim Verlassen des Klinikums abzugeben. Die Angestellten müssen sich an den Eingängen mit ihrer Mitarbeiter-Karte ausweisen.

Das Erfassen in schriftlicher Form erfolgt, weil das Klinikum von der Landesregierung per Schutzverordnung angewiesen ist, Besuche im Krankenhaus bereichsbezogen zu dokumentieren. Damit soll bei Infektionen nachzuvollziehen sein, „welcher Besucher welchen Patienten auf welcher Station wann besucht hat. Die Besuchsformulare müssen 30 Tage aufbewahrt und dann datenschutzkonform entsorgt werden“, erläutert Steibli, und das sei noch nicht in elektronischer Form möglich.

Sprecher: Luca-App für Klinikum nicht sinnvoll

So sei zum Beispiel die Luca-App für das Klinikum nicht nutzbar. Diese benötigt einen Scan-Punkt, der – zwecks Kontrolle – nur der Eingang des Klinikums sein könnte. Damit wäre zwar ersichtlich, dass sich ein Besucher im Haus befindet, nicht jedoch, auf welcher Station und bei welchem Patienten. Käme es zu einem Infektionsausbruch, so würden „im Extremfall alle Personen, die das Haus an diesem Tag betraten, als Kontaktpersonen gemeldet und vom Gesundheitsamt nachverfolgt werden“, beschreibt Steibli das mögliche Szenario.

Von Gianfranco Fain

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