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Marburg Hunderte Schüler streiken in Marburg
Marburg Hunderte Schüler streiken in Marburg
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14:45 30.09.2020
Bild vom Klimastreik in Marburg: Aktivisten sammeln sich vorm Schulzentrum in der Leopold-Lukas-Straße.  Quelle: Nadine Weigel
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Freitag, 13 Uhr: 

Und wie halten es die Protestierenden in Marburg mit der Maskenpflicht? Wir haben bei Polizei und Ordnungsamt nachgefragt. Die Antwort lautete in beiden Fällen: "vorbildlich". 

Freitag, 12.30 Uhr: 

Einige Hundert Schüler haben sich am Schulzentrum versammelt, am Hauptbahnhof sollen laut Polizei weitere 300 Protestierende auf der Straße sein. 

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Am Schulzentrum verzögert ein Feuerwehreinsatz (es war ein Fehlalarm) den Start der Demo. Um 12.30 Uhr setzt sich der Zug schließlich in Bewegung. Das Ziel: das Erwin-Piscator-Haus. 

Hier ein Livebericht aus der Leopold-Lukas-Straße: 

Der Streik in Marburg

Der Klimastreik in Marburg startet um 12 Uhr am Schulzentrum (Leopold-Lukas-Straße) und am Hauptbahnhof. Für Teilnehmer gilt die Maskenpflicht. Außerdem muss der Mindestabstand eingehalten werden. 

Der heutige sechste globale Klimastreik von Fridays for Future steht unter dem Motto "Kein Grad weiter". In Marburg wollen die Aktivisten auch gegen die geplante Rodung des Dannenröder Forstes protestieren.

"Wir fordern den sofortigen Baustopp der A49 und den Erhalt des Dannenröder Forsts", sagt Valentina Haas von Fridays for Future Marburg. "#keinGradweiter bedeutet, dass der Dannenröder Wald, als wertvoller gesunder Mischwald, Wasserschutzgebiet und CO2-Speicher, nicht für die A49 gerodet werden darf!", sagt Paul Robben von Fridays for Future Marburg. 

Der globale Klimastreik

"Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut": Nach monatelanger Pause wegen der Corona-Pandemie zieht es Klimaschützer in aller Welt heute wieder auf die Straßen. Rund um die Erde und bei Hunderten Aktionen in Deutschland wollen sie im Rahmen eines internationalen Klimaprotesttages wieder für mehr Tempo im Kampf gegen die Klimakrise demonstrieren.

Hier wird heute gestreikt:

Die Klimabewegung Fridays for Future hat zum Aktionstag aufgerufen, nachdem die Proteste monatelang hauptsächlich im Internet stattgefunden hatten. Die Veranstalter versicherten, dass man sich an Schutzmaßnahmen gegen die Pandemie halten wolle. 

Wie viele Teilnehmer das Ganze haben wird, lässt sich aufgrund der Pandemie vorab nur schwer einschätzen. Für die Veranstaltung am Brandenburger Tor sind den Organisatoren zufolge 10.000 angemeldet.

Warum demonstrieren sie gerade jetzt wieder, wo in vielen Ländern die Corona-Zahlen wieder steigen? «Die Regierung lässt uns keine andere Wahl, als gegen ihr anhaltendes Desinteresse an einer sicheren Zukunft für unsere Generation auf die Straße zu gehen», sagte Luisa Neubauer, die bekannteste Aktivistin der Bewegung in Deutschland. "Wir streiken mit Abstand und Maske." Es solle auch ein Zeichen "verantwortungsbewussten, demokratischen Widerstandes einer solidarischen Gesellschaft" sein - im Gegensatz zu den Coronaprotesten der vergangenen Wochen, sagte sie. Der Aufwand, das inmitten der Pandemie zu organisieren, sei "immens".

Fridays for Future wird von zahlreichen gesellschaftlichen Gruppen unterstützt, darunter kirchliche Initiativen, Umweltverbände, Gewerkschaften und auch Parteien.

Mit dem fortschreitenden Klimawandel ist Forschern zufolge auch in Deutschland mit mehr und intensiveren Wetterextremen zu rechnen - davor hat in dieser Woche erneut der Deutsche Wetterdienst gewarnt. Nach DWD-Daten sei das aktuelle Jahrzehnt rund 1,9 Grad wärmer als die ersten Jahrzehnte (1881-1910) der Aufzeichnungen.

"Auch dieses Jahr werden die Fakten immer alarmierender", sagte Aktivist Quang Paasch. Waldbrände und Überschwemmungen bestimmten zunehmend das Leben von Millionen Menschen. Während die Wirtschaft in der Corona-Krise wieder angekurbelt werden solle, werde die größte Chance zum Wandel hin zur Nachhaltigkeit und Ökologie vertan. "Wir wollen, dass die Wissenschaft ernst genommen wird", sagte Paasch. Politik und Wirtschaft dürften den Profit nicht über den Wohlstand der Vielen stellen. Man sei eine "Klimagerechtigkeitsbewegung".

nw/dpa/fgk