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Marburg Vom Lastenfahrrad bis zum Elektrobus
Marburg Vom Lastenfahrrad bis zum Elektrobus
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18:00 10.12.2021
Marburgs erster Elektrobus am Marktplatz.
Marburgs erster Elektrobus am Marktplatz. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Marburg

Nur noch neun Jahre hat die Stadt Marburg Zeit, wenn sie ihr großes Ziel erreichen will: Klimaneutralität bis 2030. Klar ist, dass dafür auch im Straßenverkehr ein Umsteuern erforderlich ist – schließlich stammt weltweit etwa ein Viertel der Kohlendioxid-Emissionen aus dem Transportsektor. Neben dem Ausbau von öffentlichem Nahverkehr und Radwegen spielt dabei Elektromobilität eine wichtige Rolle – auch in Marburg. Die Stadt und ihre Unternehmen haben sich im Klima-Aktionsplan viel vorgenommen und auch schon einiges getan, um die E-Mobilität voranzubringen.

Elektrofahrräder: Mit einem Förderprogramm hat die Stadt nach eigenen Angaben bislang den Kauf von fast 300 Elektro-Fahrrädern und Elektro-Lastenrädern gefördert. Das Programm läuft 2022 weiter, teilte Birgit Heimrich von der Pressestelle der Stadt mit.

Ladesäulen für Elektroautos: Die Stadt hat an mehreren Stellen Ladepunkte mit 22-KW-Leistung geschaffen – am Hauptbahnhof, am Friedrichsplatz, in der Savignystraße und am Aquamar. Erweitert wurden in diesem Jahr die Standorte an der Ockershäuser Allee, der Deutschhausstraße und dem Software-Center, wie die Stadt mitteilte. Die Stadtwerke betreiben nach eigenen Angaben in Marburg und im Landkreis insgesamt 25 öffentlich zugängliche Ladesäulen mit 50 Ladepunkten, unter anderem in ihren Parkhäusern. Die Zahl der Ladesäulen soll weiter steigen. Zu den öffentlichen Ladesäulen kommen Strom-Tankstellen bei Autohäusern und Supermärkten. Zudem richtet die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewobau bei allen Neubauprojekten Ladestationen für Elektroautos ein. Eines fehlt aktuell noch: „Schnellladepunkte mit über 22 kW sind im Stadtgebiet Marburg noch nicht vorhanden“, erklärte Heimrich, „aber für 2022 an der B 3a von privaten Anbietern geplant.“

Elektro-Dienstfahrzeuge: Auch die Stadtverwaltung und die städtischen Unternehmen setzen immer mehr auf Elektrofahrzeuge. Die Stadtverwaltung hatte nach eigenen Angaben schon 2007 erste Elektrofahrzeuge im Einsatz, 2016 fuhr schon die Hälfte der städtischen Dienstfahrzeuge mit Elektro- oder Hybridantrieb – Tendenz weiter steigend. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewobau hat im November 2020 acht Elektroautos für ihre Dienstfahrten angeschafft und will damit 15 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Schwieriger ist die Umstellung offensichtlich beim Dienstleistungsbetrieb der Stadt (DBM): Er hat seit 2019 21 Diesel-Fahrzeuge angeschafft, aber nur ein Elektro- und ein Hybridauto. Stadträtin Kirsten Dinnebier (SPD) begründete dies kürzlich im Stadtparlament damit, dass bisher für die speziellen Fahrzeuge, die der DBM benötigt, großenteils keine E-Antriebe zugelassen waren.

Elektro-Busse: Seit diesem Jahr sind die ersten Elektrobusse der Stadtwerke unterwegs – sie heißen Emil und Elisa. „Der Busfuhrpark der Stadtwerke soll bis 2030 klimaneutral werden“, teilte Stadtwerke-Sprecher Jonas Becker mit. Bis 2025 wollen Stadt und Stadtwerke ein Batterie-Oberleitungsbus-System einführen. Das Planfeststellungsverfahren ist bereits in die Wege geleitet.

Von Stefan Dietrich