Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Klimaneutral, innovativ und bezahlbar
Marburg Klimaneutral, innovativ und bezahlbar
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:57 04.08.2021
Beim offiziellen Spatenstich freuten sich die Verantwortlichen, dass es mit dem Bau des Mehrgenerationenhauses endlich losgeht.
Beim offiziellen Spatenstich freuten sich die Verantwortlichen, dass es mit dem Bau des Mehrgenerationenhauses endlich losgeht. Quelle: Nadine Weigel
Anzeige
Wehrda

Wohnraum ist rar in Marburg. Ein neues Bauprojekt soll die Wohnungsnot nun ein wenig lindern. In der Magdeburger Straße 2A in Wehrda werden 32 Wohnungen mit öffentlicher Förderung gebaut.

„Ziel ist es, sicherzustellen, dass jeder, der in Marburg wohnen will, auch hier wohnen kann“, sagte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies beim offiziellen Spatenstich. Spies – Aufsichtsratsvorsitzender der Gewobau – betonte, wie wichtig es sei, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und energetisch zu sanieren. Mit beidem gehe die Gewobau voran, so Spies. Er hob hervor, dass mit den beiden Grundstücken in der Magdeburger Straße die Universitätsstadt Marburg der Gewobau ein Baugrundstück mit sehr guter Anbindung an das Marburger Nahverkehrs- und Radwegenetz zur Verfügung gestellt habe.

Das Mehrfamilienhaus in der Magdeburger Straße soll im September 2022 bezugsfertig sein. Errichtet werden sollen Wohnungen für jeden Lebensabschnitt, darunter drei Wohnungen für Singles, sieben Wohnungen für Paare und 22 Wohnungen für Familien. Fünf Wohnungen haben eine geplante Fläche von über 100 Quadratmeter. Drei Wohnungen sind für Personen mit Rollstuhl reserviert.

Der erste Bauabschnitt schon realisiert

Der Planungsaufwand für das Projekt sei erheblich gewesen, um eine städtebaulich gute Lösung zu finden. Daher habe die Gewobau die Baumaßnahmen in zwei Abschnitte unterteilt. Der erste Bauabschnitt mit zehn Reihenhäusern wurde bereits realisiert. Sie wurden im Dezember bezogen.

Das Mehrfamilienhaus, das nun entstehen soll, werde bezahlbare attraktive, modern gestaltete Wohneinheiten schaffen. Gerade die Corona-Pandemie habe gezeigt, wie wichtig es ist, dass Menschen unterschiedlichen Alters unter einem Dach lebten und sich umeinander kümmerten, erinnerte Spies. Deshalb solle das Mehrfamilienhaus sowohl für Familien als auch für Menschen mehrerer Generationen Wohnraum schaffen.

Auch Gewobau-Geschäftsführer Jürgen Rausch erinnerte an die Auswirkungen der Pandemie. „In einer angespannten Marktsituation war es nicht einfach, ein so großes Projekt in die Umsetzung zu bringen. Ich danke daher allen Beteiligten. Ganz besonders gefreut hat mich die Unterstützung durch den Wehrdaer Ortsbeirat, der die Planung des Vorhabens und die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger aktiv begleitet hat.“

Gebaut wird im sogenannten KfW-Energieeffizienzstandard 55, also 55 % weniger Energieverbrauch als der gesetzliche Standard vorsieht. Die Stadtwerke Marburg sichern die Energieversorgung über ein Blockheizkraftwerk ab, das sowohl Wärme als auch Strom erzeugt. Kombiniert mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Wohngebäudes, die jährlich 45 000 kWh Sonnenstrom produzieren soll, wird das Gebäude CO2-neutral sein, freuen sich die Verantwortlichen.

Zum Schutze des Klimas

Jürgen Rausch hob hervor, dass durch die Zusammenarbeit mit den Stadtwerken auch mit Blick auf den Klimaschutz ein anspruchsvolles Projekt entstehe.

„Darüber hinaus werden wir eine Fassadenbegrünung und eine Regenwasserzisterne mit rund 16 000 Litern Fassungsvermögen realisieren, um Anforderungen zu berücksichtigen, die aus dem Klimawandel resultieren“, betonte Rausch.

Der auf dem Dach erzeugte Sonnenstrom soll als sogenannter Mieterstrom zu einem günstigeren Preis direkt im Haus verbraucht werden. Zudem sollen in der Tiefgarage mit 28 Stellplätzen drei Ladestationen für Elektrofahrzeuge montiert werden.

Das Dach über der Tiefgarage und ein weiterer Teil der Dachfläche im vierten OG sollen als Dachterrasse dienen. „Die Mieter haben dort die Möglichkeit, Hochbeete einzurichten“, freute sich Rausch.

Die Gewobau hofft, dass sich in den kommenden Monaten ein Verein oder eine Gruppe findet, die für neue Formen des generationsübergreifenden, nachbarschaftlichen und selbstbestimmten Wohnens und Lebens aufgeschlossen ist. Im Erdgeschoss bestehe die Option, Jugend- oder Gemeinschaftsräume einzurichten. Die Bau- und Planungskosten liegen bei rund zehn Millionen. Eine Reserve für ungeplante Kostensteigerungen sei laut Gewobau jedoch eingeplant.

Dirk Vaupel, Ortsvorsteher von Wehrda, freut sich auf das Mehrfamilienhaus in seinem Stadtteil, denn auch er bekomme wöchentlich Nachfragen nach Häusern oder Wohnungen in Wehrda. Deshalb habe der Ortsbeirat dieses „innovative Projekt“ gern gefördert und unterstützt. „Ich freue mich, dass hier so ein schönes und anspruchsvolles Bauvorhaben realisiert wird“, so Vaupel.

Von Nadine Weigel

Marburg „Die letzten 5 Jahre“ - Neues Musical in der Waggonhalle
04.08.2021
03.08.2021