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Marburg Klimaliste stimmt für Koalitionsvertrag
Marburg Klimaliste stimmt für Koalitionsvertrag
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08:00 10.11.2021
Der neue Koaltionsvertrag wurde am 3.11.21 in Marburg vorgestellt. Von links: Lars Opgenoorth und Isabella Aberle (Klimaliste) waren mit dabei.
Der neue Koaltionsvertrag wurde am 3.11.21 in Marburg vorgestellt. Von links: Lars Opgenoorth und Isabella Aberle (Klimaliste) waren mit dabei. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Am Montagabend kam die Marburger Klimaliste bei einem Online-Plenum zusammen. Nach einer Aussprache von rund 45 Minuten, die die OP nach Anfrage mitverfolgen durfte, kam es zur Abstimmung über den Koalitionsvertrag.

Bekanntlich will sich die am 4. Dezember vor einem Jahr gegründete Marburger Klimaliste an der neuen sozial-ökologischen Koalition – gemeinsam mit SPD, Grünen und Marburger Linken – beteiligen. Und am Ende gab es keine Gegenstimme. Das verkündete Versammlungsleiterin Lea Doobe mit den Worten: „Dies ist ein historischer Augenblick“.

Die nach dem Konsensprinzip funktionierende Klimaliste hat die Bekämpfung des Klimawandels auf lokaler Ebene als Hauptziel. Dass sie immer noch anders ist als die anderen politischen Parteien, zeigte sich schon an dem Instrument für die Abstimmung. Es war ein sogenannter „Moodpol“, eine Art Stimmungsbarometer, mit der die 14 abstimmungsberechtigten „Klimalistis“, den Grad ihrer Zufriedenheit mit und Zustimmung zur neuen Koalition maßen.

In einzelnen Beiträgen wurden zwar Bedenken geäußert, ob das 1,5-Grad-Ziel in Marburg mit der neuen Marburger Klimakoalition wirklich erreicht werden könne. Es überwog jedoch die Freude darüber, dass die Zusammenarbeit mit den drei etablierten Marburger Parteien jetzt wirklich auf den Weg kommt und dass die erstmals mit vier Abgeordneten im Stadtparlament vertretene Gruppierung auch gemeinsam mit der Linken einen Dezernenten bestimmen darf. Wofür diese Person zuständig sein soll, darüber habe es bei den Verhandlungen ein zähes Ringen gegeben, berichtete Lars Opgenoorth, der zur Verhandlungsgruppe gehörte. Das Ergebnis sei letztlich erfolgreich gewesen.

Besetzt werden solle von Klimaliste und Linken ein Dezernat für Stadtplanung, Bauen und Mobilität, verbunden mit der Zuständigkeit für Themen wie Sozialplanung – alles aus Sicht von Opgenoorth klimarelevante Themen. Sehr erfreut zeigte sich auch Isabelle Aberle über den Verlauf der Verhandlungen. „Es war cool, dass alle von uns sich einbringen konnten, und dass wir uns auch viel Expertise von außerhalb geholt haben“, sagte die Stadtverordnete, die auch Teil der Verhandlungsgruppe war. Inhaltlich wurde bei den Koalitionsverhandlungen vor allem lange debattiert, wie viel Fläche im neuen Wohngebiet Hasenkopf verbraucht und versiegelt werden wird.

Nach der Aufstellung des Koalitionsvertrages kommt nach Angaben von Aberle aber nun der nächste Schritt: „Wir wollen alle schönen Sachen, die wir uns vorgenommen haben, mit Leben füllen“.

Von Manfred Hitzeroth

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