Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Klimakämpfer streiten um Geld für Sonderzüge
Marburg Klimakämpfer streiten um Geld für Sonderzüge
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:11 28.07.2019
„Ich wurde mega verarscht“, sagt Jannik Schestag. Von den 77 000 Euro, die er für Züge zu einer „Fridays for Future“-Demo bezahlt hat, hat er bislang noch keinen Cent zurückbekommen. Quelle: Tobias Kunz
Marburg

Zur europaweiten Großdemonstration von „Fridays for Future“ kamen nach Angaben der Veranstalter im Juni rund 40.000 Klimaaktivisten nach Aachen. Viele fuhren mit Sonderzügen dorthin, die der Marburger Jannik Schestag für die Bewegung organisiert hatte. Das kostete Schestag insgesamt rund 77 000 Euro. Geld, das der 24-jährige Student aus dem Erbe seines verstorbenen Vaters genommen hat und das er für die Klimabewegung vorlegte.

Fünf Wochen später hat Schestag aber noch nichts wiederbekommen und noch ist offen, wie viel und ob er überhaupt Geld zurückerhält. Grund dafür sind laut Schestag Egoismen einzelner Personen innerhalb der Bewegung. Manche halten ihm vor, im Gespräch mit der Oberhessischen Presse im Vorfeld der Demo gesagt zu haben, dass er für die Sonderzüge hafte. Schestag müsse dieser Aussage nun Taten folgen lassen, so die Meinung seiner Gegner.

Mehr zum Thema gibt es hier

Der Marburger sieht das jedoch anders. „Dass es einen Verlust gegeben hat, ist falsch“, sagt Schestag. Es sei mehr Geld durch den Ticketverkauf und Spenden eingenommen worden, als die Züge gekostet haben. Deshalb fordert Schestag sein Geld zurück.

Das Problem: Eine schriftliche Zusage der Bewegung, ihm die Kosten zurück zu erstatten, hat Schestag nicht. Hoffnung macht ihm aber das Scheitern einer ersten Online-Abstimmung seiner Gegner und Hilfe von der Ortsgruppe aus Dresden.

Jannik Schestag kämpft um 77 000 Euro