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Marburg Kleiderkammer zieht in Cappel ein
Marburg Kleiderkammer zieht in Cappel ein
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16:58 25.07.2021
Der bisherige Standort der Feuerwehr Cappel und der Landesfeuerwehrschule.
Der bisherige Standort der Feuerwehr Cappel und der Landesfeuerwehrschule. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Cappel

Mindestens zwei Jahre wird es noch dauern, bis der neue Feuerwehrstützpunkt in Cappel fertiggestellt sein wird. In der Zwischenzeit stellt sich die Frage, was danach mit dem alten Gebäude beziehungsweise dem Grundstück passiert.

Ob die Stadt Marburg langfristig am Erhalt dieser Liegenschaft an der Umgehungsstraße Interesse hat, ist fraglich. „Die alte Feuerwehrstation ist insgesamt sehr in die Jahre gekommen“, heißt es dazu aus der städtischen Pressestelle: „Ob eine sinnvolle Anschlussnutzung möglich ist, muss zunächst überprüft und entschieden werden.“

Zumindest übergangsweise soll dort allerdings die Kleiderkammer untergebracht werden, wie Patricia Grähling von der Pressestelle auf OP-Anfrage erklärte.

Ursprünglich, so die Auskunft der Stadt, sei eine „kurzfristige Nutzung eines Teils der Räume“ auch angedacht gewesen, um „unter den Bedingungen der Pandemie für die Musikschule Ausweichmöglichkeiten beziehungsweise Ersatz für gesperrte Schulräume zu schaffen“.

Kleiner gedanklicher Schritt

Das habe sich allerdings aufgrund der baulichen Situation als nicht umsetzbar erwiesen. Doch Patricia Grähling sagt auch: „Dennoch wird weiterhin geprüft, welche ergänzenden Möglichkeiten sich angesichts der Raumnot der Musikschule ergeben.“ Dabei sei auch das Gebäude der Feuerwehr Cappel beziehungsweise die ehemalige Landesjugendfeuerwehrschule eine Option, die nach gegenwärtigem Stand aber sehr aufwendig und schwierig umzusetzen wäre.

Vom Umzug der Musikschule zur häufig gestellten Frage eines Theaterneubaus am Schwanhof ist es nur ein kleiner gedanklicher Schritt: Die Stadtverordnetenversammlung hatte Anfang vergangenen Jahres immerhin beschlossen: „Der Magistrat wird beauftragt, einen Bedarfs- und Raumplan für einen Theaterbau zu erstellen sowie geeignete Standorte in Marburg zu identifizieren und auf ihre Umsetzbarkeit zu prüfen.“ Damit, so die Auskunft der Stadt, sei ein Prüfauftrag zur Vorbereitung einer Grundsatzentscheidung erteilt worden, ohne dass eindeutig abschließend festgelegt worden sei, ob tatsächlich ein Theaterneubau erfolgen solle.

Dazu hieß es dieser Tage aus der Pressestelle: „Diese Prüfung ist ein aufwendiger und voraussichtlich mehrjähriger Prozess, bei dem bereits in der Vorbereitung zahlreiche Akteure zu beteiligen sind.“ Diese Vorbereitung finde statt, sei aber noch weit von einem Abschluss entfernt und Corona-bedingt bereits in der Anlaufphase massiv verzögert worden.

Zurück zum alten Feuerwehrstützpunkt, der offenbar nicht nur für die Stadt attraktiv scheint. Es gebe Interessensbekundungen von Gewerbetreibenden, bestätigt Patricia Grähling, bekräftigt aber die Position: „Ob das Grundstück perspektivisch für eine städtische Anschlussnutzung in Frage kommt, muss zu gegebener Zeit entschieden werden.“

„Wir wollen wachsen“

Ein Interessent aus dem Kreis örtlicher Gewerbetreibender ist Inno Kentij Vikhorev, Inhaber des Gutachterbüros KF-Expert. „Wir brauchen ein großes Firmengelände“, so Vikhorev auf OP-Nachfrage. Auf dem alten Feuerwehrgelände könnten die KFZ-Gutachter eine größere Besichtigungshalle realisieren und möglicherweise noch ein Schulungszentrum für Gutachter integrieren: „Wir möchten gern in Cappel bleiben, wir wollen in Zukunft noch wachsen, aber dafür brauchen wir Platz“, sagt der Fahrzeugexperte, der mit seinem Unternehmen aktuell an der Umgehungsstraße gegenüber des Kieswerks angesiedelt ist, dort aber nicht expandieren kann.

Von Carsten Beckmann

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