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Marburg Jubilarin hat kein Rezept fürs Älterwerden
Marburg Jubilarin hat kein Rezept fürs Älterwerden
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07:58 22.01.2020
Die Marburgerin Klara Mönninger wird am Mittwoch 100 Jahre alt. Sie lebt seit dem Tod ihres Mannes Franz Mönninger im Pflegeheim St. Elisabeth an der Lahnstraße. Foto: Tobias Hirsch
Die Marburgerin Klara Mönninger wird am Mittwoch 100 Jahre alt. Sie lebt seit dem Tod ihres Mannes Franz Mönninger im Pflegeheim St. Elisabeth an der Lahnstraße. Quelle: Tobias Hirsch
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Marburg

Auf ihr Äußeres hat sie schon immer viel Wert gelegt. Und das ist auch heute noch so – mit 100 Jahren. Klara Mönninger aus Marburg feiert ihren besonderen Geburtstag heute im Kreise ihrer Familie und Freunden ihres Mannes, dem ehemaligen Magistratsdirektor von Marburg, Franz Mönninger. Seit dessen Tod 2011 wohnt sie im Pflegeheim St. Elisabeth an der Lahnstraße.

Mit zwölf Jahren zogen ihre Eltern mit ihr und der jüngeren Schwester von der Rhön nach Ginseldorf. Damit Klara nicht jeden Tag in die Stadt pendeln musste, zog sie später zu ihren Tanten nach Marburg in die Nicolaistraße, vis-á-vis vom Hochzeitshaus. Nach dem Besuch der höheren Handelsschule arbeitete Sie bei der AOK, wurde später Chefsekretärin. Daran kann sie sich noch gut erinnern im OP-Gespräch.

Jedes Jahr gab es eine 
Reise mit Ehemann Franz

Auch an die vielen Reisen, die sie zusammen mit ihrem Mann Franz gemacht hat. Den hat sie übrigens im Zug kennengelernt. Er stammt aus Rüdigheim und fuhr täglich nach Marburg, sie stieg in Bürgeln zu. Am 17. Mai 1953 haben sie dann geheiratet. Der Kinderwunsch blieb leider unerfüllt. Zu den drei Kindern der Schwester, mit der sie jahrelang Tür an Tür gelebt hat, gab es aber viel Kontakt.

Viel Zeit verbrachte die Marburgerin auf Reisen. Jedes Jahr fuhr das Paar beispielsweise an die Adria. Die Besuche im Kleinwalsertal im Allgäu sind Klara­ Mönninger besonders in Erinnerung geblieben sowie die Reisen nach Norwegen, nach Südtirol oder die Kreuzfahrt auf der Donau.
Doch auch in Marburg gab es keine Langeweile für Klara Mönninger.

„Ich habe im Kirchenchor der St. Johannes-Gemeinde in der Kugelkirche gesungen“, erzählt sie. Und auch im Kegelclub war sie sehr aktiv. Überhaupt war sie immer unterwegs, auch mit ihrem Mann bei regelmäßigen Spaziergängen durch die Stadt. Am liebsten sind die beiden zum Spiegelslust-Turm gewandert oder haben sich in ihrem Garten am Schloss aufgehalten. Der Besuch zum Wochenmarkt vor dem Rathaus war ebenfalls Pflicht. „Ich brauchte ja nur die Straße runter gehen“, sagt sie lachend.

Ein Rezept für das 
Älterwerden gibt es nicht

Die sozialen Kontakte in der Stadt, auch bedingt durch die Posten ihres Mannes, waren ihr immer sehr wichtig. So ­
besuchte sie regelmäßig diverse Stammtische, war gut vernetzt, wie es neudeutsch heißt. Auch heute, an ihrem 100. Geburtstag, bekommt sie Besuch von Freunden und Bekannten des ehemaligen Marburger Verwaltungsdirektors.

Ein Rezept fürs Älterwerden habe sie nicht. Auch nicht, wie sie sich so fit und gesund gehalten hat. „Ich hätte nie gedacht, dass ich mal so alt werde“, muss sie zugeben und ergänzt achselzuckend: „Ich war in meinem Leben kaum krank, hatte höchstens mal eine Grippe.“ Und ­dieser großartige Gesundheitszustand hält bis heute an.

Das Gehen am Rollator schafft sie zwar nicht mehr und auch das Hören fällt ihr schwer. Aber sie liest noch jeden Tag die Oberhessische Presse, „ohne Brille“, wie sie betont. „Ich bin schon Abonnent, so lange ich denken kann“, betont Klara Mönninger, die am Mittwoch auch den Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies empfangen wird.

von Katja Peters