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Marburg Klappt die „größte Helfertruppe Hessens“?
Marburg Klappt die „größte Helfertruppe Hessens“?
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15:39 09.09.2021
Landwirte um den Schönstädter Sascha Haberzettl haben fleißig Heu gepresst. 80 Rundballen werden bald zu Bauern in die Flutregion geschickt.
Landwirte um den Schönstädter Sascha Haberzettl haben fleißig Heu gepresst. 80 Rundballen werden bald zu Bauern in die Flutregion geschickt. Quelle: Privatfotos
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Marburg

Sie wollen noch mehr helfen. Die Aktion, die sie am 23. Juli am Afföllerparkplatz auf die Beine stellten, ist mittlerweile legendär: Mehr als 4.000 Menschen brachten an diesem Abend mehr als 50 Tonnen Spendengüter nach Marburg auf den Messeplatz, die von 800 Helfern in 50 Lkw verpackt und in die Flutgebiete im Westen gefahren wurden. Viele Menschen bekommen noch heute eine Gänsehaut, wenn sie sich an dieses einzigartige Ereignis erinnern, das sinnbildlich steht für ein Zusammenhalten in der Krise.

Aus ihrer Idee ist mittlerweile eine Bewegung geworden. „Wir wollen nachhaltig helfen“, erklärt Sarah Hedoch, die zusammen mit Lkw-Fahrer Ralf Kalabis-Schick und dessen Schwester Michaela Kalabis die Basis des mittlerweile sechsköpfigen Organisationsteams von „Wir Hessen helfen“ bildet. Eine Gemeinschaft an Freiwilligen organisierte jüngst einen Flohmarkt, ein Sportfest und ein Backhausfest, deren Erlöse den Betroffenen in den Flutgebieten zugutekommen. Mittlerweile haben sie mehr als 320 Lkw mit Spenden nach Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen entsendet.

Ziel sind 300 bis 600 Menschen

Das alles ist ihnen aber nicht genug. Nun haben sie wieder etwas ganz Besonderes geplant: Am 18. September wollen sie „Hessens größte Helfertruppe“ zusammentrommeln. Ihr Ziel ist es, mit 300 bis 600 Menschen ins Ahrtal zu fahren, um dort mit anzupacken. „Auch wenn man in den Medien nichts mehr hört, die Menschen dort brauchen weiterhin dringend Unterstützung“, erklärt der Mardorfer Kult-Trucker Ralf Kalabis-Schick.

Aufräumarbeiten in und um die Häuser, Sanierungsarbeiten, Wiederaufbau, Grundversorgung mit Strom, Wasser, Wärme, Verpflegung von Anwohnerinnen und Anwohnern sowie Helfern, seelischer Beistand, Hilfe bei der Beantragung von Geldern – die Liste an Hilfsmöglichkeiten ließe sich noch weiter fortsetzen, sind sich Kalabis-Schick und Co. einig.

Eine „Herzensangelegenheit“

Während in den ersten Wochen nach der Katastrophe Menschen massenweise aus ganz Deutschland in die Flutregion reisten, sind die großen Helferströme mittlerweile abgerissen. Das will das Team um „Hessen helfen“ nun ändern – mit dem ambitionierten Helfertag am 18. September. Genug zu tun gebe es: „Hessen helfen“ stehe in engem Kontakt mit funktionierenden Netzwerken vor Ort und ermögliche so durch gezielte Absprache bedarfsorientiert und schnell zu helfen – genau da, wo dringend Unterstützung gebraucht werde.

„Viele Hände können viel bewegen und für uns ist es eine Herzensangelegenheit, den Betroffenen zu zeigen, dass wir sie nicht vergessen haben“, betont die Marburgerin Sarah Hedoch. Mit leeren Händen werden die Marburger nicht im Ahrtal ankommen. Denn an verschiedenen Stellen im Landkreis sind Sammelstellen eingerichtet für Sachen, die dringend gebraucht werden.

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30 Lastwagen begleiten die Helferinnen und Helfer und sammeln Sachspenden. Abgegeben werden könne diese hier:

außerdem gibt es vom 5. bis zum 17. September eine Sammelstelle im Edeka Noe in Goßfelden, Sandhute 1.

Von Nadine Weigel

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