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Marburg Ortsvorsteherin schlägt Kita-Plätze vor
Marburg Ortsvorsteherin schlägt Kita-Plätze vor
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19:59 10.01.2022
Das Baufeld Richtsberg 88 in Marburg.
Das Baufeld Richtsberg 88 in Marburg. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Wie geht es weiter mit dem Ersatzbau für das 2014 bei einem Großbrand zerstörte und dann abgerissene Gebäude Am Richtsberg 88? Im Landtag hatte Wissenschaftsministerin Angela Dorn gesagt, dass in diesem Jahr mit den Vorplanungen begonnen werden soll. In dem elfstöckigen Gebäude Am Richtsberg 88 hatten überwiegend junge Studierenden-Paare mit oder ohne Kinder gewohnt – zuständig ist daher auch das Land.

Julia Rösch von der Pressestelle des Wissenschaftsministeriums bestätigte auf Anfrage der OP, auf dem Gelände „Am Richtsberg“ solle wieder „attraktiver“ studentischer Wohnraum entstehen. Erste Überlegungen sehen eine Einheit bestehend aus mehreren Gebäuden mit drei bis fünf Etagen und damit aber kein neues Hochhaus mehr vor. Spätestens bis zum Jahr 2025 soll auch mit dem Bau begonnen werden, so sieht es auch die Ziel- und Leistungsvereinbarung zwischen dem Studentenwerk Marburg und der Philipps-Universität Marburg vor. „Die Planungen betreibt das Studentenwerk Marburg in eigener Verantwortung ohne unsere unmittelbare Beteiligung“, sagte Rösch.

Noch kann das Studentenwerk Marburg aber keinen konkreten Plan liefern, Geschäftsführer Dr. Uwe Grebe befindet sich noch im Weihnachtsurlaub.

„Mehr Wohnraum und Kita-Plätze nötig“

Die Ortsvorsteherin des Ortsteils Richtsberg, Erika Lotz-Halilovic, hat unterdessen gefordert, bei den Neubauplänen auch die „Infrastruktur“ mitzudenken. So seien in unmittelbarer Umgebung eines Wohnheims für studentische Familien auch Kita-Plätze nötig. Lotz-Halilovic schlägt vor, eine Kita gleich in die Neubaupläne zu integrieren. Damit schaffe man eine dringend notwendige wohnortnahe Betreuung. Einen entsprechenden Antrag hat Lotz-Halilovic für die nächste Sitzung des Ortsbeirats Richtsberg am Donnerstag gestellt.

Im Juni 2014 brannte der Keller des Hochhauses, das Feuer und der Rauch beschädigten das Jahrzehnte alte Hochhaus so stark, dass es seitdem leer stand, nicht repariert werden konnte und dann abgerissen wurde. Seitdem klafft am Stadtteil-Eingang nahe der Sudetenstraße eine Lücke.

Jahrelang gab es Unklarheiten über die Zukunft des Bauwerks und Grundstücks, vor allem wegen des Streits zwischen Studentenwerk und Gebäudeversicherung um die Höhe der Schadenssumme. Die Allianz befürchtete, dass angesichts erster Pläne „Luxussanierungen“ bevorstehen, nach Klage-Drohungen des Studentenwerks gab es dann im Jahr 2018 eine Einigung.

Mehr als 280 Bewohner mussten damals aus dem brennenden Haus teilweise mit Drehleitern aus den obersten der elf Stockwerke des Gebäudes gerettet werden. Dutzende Ex-Bewohner lebten danach bisweilen monatelang in Notunterkünften.

Von Till Conrad