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Marburg Kehren die Kinobesucher zurück?
Marburg Kehren die Kinobesucher zurück?
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20:00 08.04.2022
Marion Closmann sitzt im großen Saal ihres Cineplex-Kinos.
Marion Closmann sitzt im großen Saal ihres Cineplex-Kinos. Quelle: Tobias Hirsch
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Marburg

Kehren die Kinobesucherinnen und -besucher zurück? Das ist die große, existenzielle Frage für die deutschen Kinos nach zwei harten Corona-Jahren mit dramatischen Einbrüchen. Inzwischen sind die Corona-Auflagen nahezu komplett aufgehoben: Maskenpflicht gibt es im Kino nicht mehr, auch wenn die Marburger Kinobetreiberin Marion Closmann die Besucherinnen und Besucher bittet, weiterhin Masken zu tragen. Für das Personal sind die Masken verpflichtend. Zudem gibt es nach wie vor „Wohlfühlabstände“ bei der Saalbelegung. Der Einlass ist wieder unkompliziert. „Wir sind unglaublich glücklich und erleichtert, dass wir nicht mehr den Impfstatus und die Personalausweise kontrollieren müssen“, freut sich Marion Closmann.

Kino in der Krise

Durch die Pandemie hat die Kinobranche mit Besuchereinbrüchen zu kämpfen. Einen weiteren Bericht zu diesem Thema finden Sie hier: "Corona verschärft Kino-Krise".

Ihre Familie macht seit Jahrzehnten in Marburg Kino und sorgte mit ihrem umfangreichen Angebot dafür, dass Marburg lange Zeit Deutschlands heimliche Kinohauptstadt war, was den Pro-Kopf-Besuch betrifft.

Die Corona-Pandemie hat alle Pläne und Ziele zunichte gemacht. Lockdowns, Auflagen, Kontrollen, Verschiebungen von Filmstarts, Zurückhaltung bei Kinobesucherinnen und -besuchern. Die Auswirkungen spüren die Kinos bundesweit. „Das Ausgehverhalten der Menschen hat sich in der Corona-Zeit massiv verändert – das ist ein bundesweites Phänomen. An Wochenenden stoßen die Kinos oft an die Kapazitätsgrenze, unter der Woche sind sie leer“, sagt Marion Closmann. Das sei früher nicht so drastisch gewesen. Gut ist das nicht, denn der Betrieb der Kinos kostet auch montags, dienstags oder mittwochs Geld für Personal, Energie, Filmmieten. Die Kosten steigen, allein für Strom um rund 50 Prozent, so die Kinobetreiberin.

Beliebtheit der Streaming-Dienste

Bereits vor der Corona-Pandemie erfreuten sich die verschiedensten Streaming-Dienste an großer Beliebtheit. Die Pandemie haben diese Entwicklung weiter voran getrieben. Einen ausführlichen Bericht zu diesem Thema finden Sie hier: "Streaming vs. Kino: Zukunft offen".

42 Millionen Menschen sahen im vergangenen Jahr in Deutschland Kinovorstellungen. Es war eine kleine Steigerung im Vergleich zum ersten Corona-Jahr. Selbst wenn sich die Zahl in diesem Jahr verdoppeln sollte, wäre dies für die deutsche Kinolandschaft auf Dauer zu wenig. „Die ganze Branche sorgt sich, was passiert, wenn wir dauerhaft auf 80 Millionen Kinobesuchern in Deutschland bleiben“, sagt die Kino-Expertin. Denn damit wären Kinos nicht kostendeckend zu betreiben. Für die Zukunft wagt sie keine Prognose – „aber wir müssen zuversichtlich sein, wir müssen die Gäste, die wir verloren haben, wieder gewinnen“.

So appelliert sie an die Marburgerinnen und Marburger: „Schaut mal wieder rein.“ Und sie hofft auf die großen Filme, die in diesem Jahr noch starten werden: „Top Gun“ etwa, „Aquaman an The Lost Kingdom“, „Avatar 2“, „Black Panther – Wakanda Forever“ oder „Bullett Train“ mit Brad Pitt. Doch das sind die großen Blockbuster, die vermutlich funktionieren. Was fehlt, ist der „Mittelbau“ und das Publikum für Arthouse-Produktionen.

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Von Uwe Badouin