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Marburg Uni akzeptiert Ablehnung des Eilantrags
Marburg Uni akzeptiert Ablehnung des Eilantrags
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19:58 12.07.2019
An Mäusen und Ratten, wie hier an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, wird auch in Marburg geforscht.  Quelle: Jan-Peter Kasper
Marburg

Nachdem das Regierungspräsidium Gießen einen Antrag auf Durchführung von Tierversuchen der Philipps-Universität abgelehnt hatte, wurde Klage beim Verwaltungsgericht Gießen gegen diesen Beschluss eingereicht.

Zusätzlich wurde ein Antrag im sogenannten Eilverfahren eingereicht. „Wegen dieses zeitlichen Aspekts ist es durchaus üblich, neben der Klage im Hauptsacheverfahren zusätzlich einen Eilantrag zu stellen, um laufende Projekte nicht zu gefährden“, erklärte die Uni auf OP-Nachfrage.

Das Verwaltungsgericht war zu der Überzeugung gelangt, dass eine vorläufige Entscheidung in der Sache nicht möglich ist und lehnte den Antrag ab. (OP berichtete). Gegen diesen Beschluss im Eilverfahren ist von der Universität keine Einlegung von Rechtsmitteln geplant. Sie wartet auf das Urteil im Hauptsacheverfahren.

Das von der Universität Marburg beantragte Projekt betreibt Grundlagenforschung zu dem sogenannten Torpor, eine Art kurzer Winterschlaf, der insbesondere bei Kleinsäugetieren vorkommt. Umfangreiche Literaturrecherchen haben im Vorfeld gezeigt, dass das Versuchsziel nicht mit anderen Methoden erreicht werden kann, da Torpor nur bei einem intakten Organismus eintritt.

Geforscht werden soll mit einer möglichst geringen Anzahl von Tieren. Diese werden über einen langen Zeitraum untersucht, schmerzhafte Eingriffe werden nur unter Narkose durchgeführt und von anschließender Schmerzbehandlung begleitet.

ESA-Projekt wäre bei 
einem Verbot in Gefahr

Aus dem Projekt für die Europäische Weltraumorganisation würde die Philipps-Universität etwa 80  000 Euro für ihre Forschungsarbeit bekommen. „Bei einem Verbot könnte das Projekt in Marburg nicht durchgeführt werden“, erklärte Gabriele Neumann von der Pressestelle.

Schon bei der Bewertung des Eilantrages argumentierte das Gericht: „Dem geltend gemachten Verlust von Drittmitteln und der geltend gemachten Bedeutung der Forschung stehe am Ende der Tierversuche der größtmögliche und irreversible Schaden durch die geplante­ ­Tötung der Tiere gegenüber.“

Derzeit forscht die Universität unter anderem mit Ratten und Mäusen an Tumorerkrankungen, der Immunologie, Neurophysiologie und ­-pathologie, Infektionsbiologie, Asthma­forschung, Herz-Kreislaufforschung und Anästhesie. Forschungsschwerpunkte der Lebenswissenschaften liegen dabei in der so genannten Grundlagenforschung und der angewandten Forschung.

von Katja Peters