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Marburg Keine Maskenpflicht im Landkreis
Marburg Keine Maskenpflicht im Landkreis
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21:01 16.04.2020
Eine Maskenpflicht soll es im Landkreis Marburg-Biedenkopf nicht geben, wenn es nach der Landrätin geht. Quelle: Nadine Weigel
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Marburg

Landrätin Kirsten Fründt begrüßt die von Bund und Ländern vereinbarten Regelungen zur vorsichtigen Lockerung der Corona-Maßnahmen.

„Wir dürfen jetzt nicht leichtsinnig werden“, sagte Fründt. „Um die bisher gemeinsam erreichten Erfolge nicht zu gefährden, muss die Rückkehr zur Normalität Schritt für Schritt gehen.“

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Das disziplinierte Verhalten der Bevölkerung habe, gemeinsam mit der „vorbildlichen Arbeit“ der Mitarbeitenden des Gesundheitsamtes, maßgeblich mit dazu beigetragen, dass sich die Ausbreitung der Epidemie verlangsamt hat.

Das Land macht die Regeln

„Aber: Wir sind zu einem Marathon gestartet und noch lange nicht am Ziel. Wir brauchen jetzt Geduld und Ausdauer.“ Sie ist sich der Tatsache bewusst, dass die gegenwärtige Situation für viele Menschen eine außergewöhnliche Belastung darstellt. Sie ist sich aber auch sicher, dass die jetzt vereinbarten Regelungen zu einer Lockerung der Maßnahmen auch entlastend wirken.

Der Kreis warte jetzt ab, wie das Land die vereinbarten Regelungen in anwendbare Rechtsverordnungen forme. Bis dahin gelten die bisherigen Vorgaben.

Gerade im Schulbereich müssten vor einer teilweisen Rückkehr zum Unterricht umfangreiche Maßnahmen vorbereitet werden, um diese schrittweise Wiederaufnahme des Schulbetriebs und den Infektionsschutz klug miteinander zu verzahnen. „Auch hier warten wir auf die Vorgaben der Landesregierung, um handeln zu können“, sagte Fründt.

Empfehlung ja, Verpflichtung nein

Gleiches gelte für die Lockerungen im Einzelhandel. Hier sei noch eine Reihe offener Fragen zur praktischen Umsetzung zu klären. Sie ist aber zuversichtlich, dass auch hier zeitnah Regelungen getroffen werden, die sinnvoll sind.

Die Landrätin schließt sich der Empfehlung an, in Bereichen, in denen ein ausreichender Sicherheitsabstand zwischen Menschen nicht eingehalten werden kann, Mundschutzmasken zu tragen. Die Notwendigkeit einer generellen Verpflichtung zum Tragen solcher Masken, wie sie etwa die Stadt Hanau erlassen hat, sieht die Landrätin derzeit aber nicht.

Freiwillige App könnte helfen

Die Verwendung einer App auf freiwilliger Basis, um Kontakte nachverfolgen sowie Infektionsketten erkennen und unterbrechen zu können, sieht Fründt durchaus positiv. Dieses digitale Hilfsmittel könne die Arbeit des Gesundheitsamtes unterstützen.

Sie weist allerdings auch darauf hin, dass hierbei die Aspekte des Datenschutzes unbedingt berücksichtigt werden müssten, um das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung nicht auszuhöhlen.

Von unseren Redakteuren

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