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Marburg Diesel dominieren DBM-Flotte
Marburg Diesel dominieren DBM-Flotte
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12:00 29.11.2021
Elektroautos spielen beim Dienstleistungsbetrieb der Stadt Marburg bisher noch keine große Rolle.
Elektroautos spielen beim Dienstleistungsbetrieb der Stadt Marburg bisher noch keine große Rolle. Quelle: Themenfoto: Marc Tirl
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Marburg

Trotz des in der Stadt Marburg ausgerufenen Klimanotstands hat der Dienstleistungsbetrieb der Stadt (DBM) seit 2019 fast ausschließlich Fahrzeuge mit Verbrennermotoren angeschafft. Das geht aus einer Antwort von Stadträtin Kirsten Dinnebier (SPD) auf eine kleine Anfrage von Dietmar Göttling im Stadtparlament hervor. Göttling gehört den Grünen an, ist aber wegen seiner Ablehnung der neuen Koalition aus der Fraktion ausgetreten und sitzt nun als „unabhängiger Grüner“ im Parlament.

Aus einer Auflistung in der schriftlichen Antwort Dinnebiers geht hervor, dass der DBM seit 2019 nur ein Elektroauto angeschafft hat – einen Citroën Berlingo. Hinzu kommt ein Benzin-Elektro-Hybrid Hyundai Ioniq. Dem stehen 21 Diesel-Fahrzeuge gegenüber, darunter Transporter, Kipper und Spülwagen, ferner drei Benziner. Der Grund – laut Dinnebier: „Im angefragten Zeitraum wurden fast ausschließlich Fahrzeuge für den Schwerlastverkehr, Pritschenfahrzeuge und selbstfahrende Arbeitsmaschinen angeschafft. Gerade bei der Beschaffung von Pritschenfahrzeugen war eine Beschaffung von E-Fahrzeugen unmöglich, da die Hersteller über keine Zulassung von E-Pritschen mit Anhängerkupplung verfügten. Das Angebot hat sich gerade im Jahr 2021 aber deutlich verbreitert, so dass die Flotte an E-Fahrzeugen hier deutlich steigen wird.“ Konkret geplant ist beispielsweise, ein Elektrofahrzeug zur Reinigung der Radwege zu kaufen, ergänzte die Stadträtin.

Bei einigen Fahrzeugen gibt es keine Angaben zum CO2-Ausstoß

Göttling hatte außerdem gefragt, wie hoch der bei den Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor der Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2) ist. Dinnebier teilte in ihrer Antwort mit, diese Daten seien im Schwerlastverkehr-Bereich zum Teil trotz größter Mühen nicht beschaffbar – „weder auf dem Kfz-Schein, noch von den Zulassungsstellen, noch von den Herstellern selbst oder dem Zoll“. Alle Fahrzeuge erfüllten aber die Emissionsklasse Euro 6. Für einen Teil der Fahrzeuge gibt die Stadt in der Auflistung auch den CO2-Ausstoß an. Spitzenreiter in der Auflistung ist demnach ein MAN-Spülwagen mit 932,4 Gramm pro Kilometer, der im Juli dieses Jahres angeschafft wurde. Den geringsten CO2-Ausstoß bei den aufgelisteten Fahrzeugen mit Verbrenner hat demnach der Hybrid-Hyundai mit 105 Gramm.

Dinnebier ist offenbar nicht davon überzeugt, dass in Zukunft alle DBM-Fahrzeuge im Batteriebetrieb fahren werden: „Für die Zukunft ist zu prüfen, ob der E-Betrieb sinnvollerweise über – umwelttechnisch sehr bedenkliche – große Batteriesysteme erfolgen soll, oder ob bei Spezialfahrzeugen mit hohen Anschaffungskosten und geringer Streckenleistung auch der teure, aber CO2-neutrale Betrieb mit so genannten E-Fuels (synthetische Kraftstoffe aus CO2 und Ökostrom) die klima- und umweltfreundliche Methode darstellt“, erklärte sie.

Von Stefan Dietrich

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