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Marburg Kaufmännische Schulen wollen neuen Schwerpunkt
Marburg Kaufmännische Schulen wollen neuen Schwerpunkt
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00:17 26.01.2019
Neben Wirtschaft und Gesundheit soll auch Erziehungswissenschaften zu einem Schwerpunkt am Beruflichen Gymnasium der Kaufmännischen Schulen in Marburg werden – in Kooperation mit der Käthe-Kollwitz-Schule. Quelle: Nadine Weigel
Marburg

Bisher gibt es am Beruflichen Gymnasium der Kaufmännischen Schulen nur die Schwerpunkte Wirtschaft und Gesundheit. Geht es nach dem Willen der Schulgemeinde, sollen ab kommendem Schuljahr noch Erziehungswissenschaften hinzukommen. Die Stadt Marburg als Schulträger und das Staatliche Schulamt haben bereits zugestimmt. Nur noch die Entscheidung des hessischen Kultusministeriums steht aus.

Über den Antrag wurden in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses dessen Mitglieder informiert. Stadträtin und Schuldezernentin Kirsten Dinnebier (SPD) sagte, der neue Schwerpunkt sei wichtig für Marburg als Bildungsstandort. Das Interesse von Schülern an einem solchen Schwerpunkt steige, heißt es in dem Antrag.

Erziehungswissenschaften und Psychologie

Das geht aus einer statistischen Auswertung des Staatlichen Schulamtes Marburg hervor. Sie bezieht sich auf ein Pilotprojekt. In den Jahren 2012 bis 2018 wurde der neue Schwerpunkt an fünf Schulen in Hessen getestet. Da das Projekt erfolgreich war, gestattet das Kultusministerium die Erweiterung grundsätzlich auch anderen Beruflichen Gymnasien.

Die Kaufmännischen Schulen wollen dabei mit der Käthe-Kollwitz-Schule (KKS) kooperieren. Denn dort ist die notwendige Expertise bereits vorhanden – Erziehungswissenschaften gibt es an der KKS schon. Dort eine berufliche Schule einzuführen, wäre aber aufgrund der dafür erforderlichen Schülerzahl von 80 nicht möglich.

Die Kooperation soll konkret so aussehen, dass in dem neuen Schwerpunkt die Fächer „Erziehungswissenschaften“, „Psychologie“ und „Bildungsprozesse“ von Lehrern der KKS unterrichtet werden. In der Jahrgangsstufe 11 sollen die Kurse möglichst an einem Tag an der KKS unterrichtet werden.

In den Jahrgangsstufen 12 und 13 hingegen sollen die Lehrkräfte für den Unterricht an die Kaufmännischen Schulen kommen. Dort sollen auch wie sonst üblich die allgemeinbildenden Fächer unterrichtet werden.

Über Studiengänge langfristig an die Region binden

Das Staatliche Schulamt rechnet mit zirka 20 Anmeldungen für den ersten Jahrgang. Für die Schwerpunkte Gesundheit und Wirtschaft soll es dann zirka zehn Anmeldungen weniger geben, was jedoch wenig Einfluss auf die bisherigen Angebote­ ­haben soll.

Auch das Berufliche Gymnasium der Adolf-Reichwein-Schule und andere Gymnasien sollen durch das neue Angebot kaum weniger Schüler haben. Auf lange Sicht rechnet das Schulamt mit einer stabilen Gruppengröße von 20 bis 25 Schülern im Schwerpunkt Erziehungswissenschaften. Insgesamt haben die beiden Beruflichen Gymnasien in Marburg in den letzten Jahren zwischen 500 und 600 Schüler besucht. Im Schuljahr 2017/18 entfielen 255 auf die Adolf-Reichwein-Schule und 239 auf die Kaufmännischen Schulen.

Nach dem Abschluss am Beruflichen Gymnasium mit dem Schwerpunkt können Absolventen Erziehungs- und Bildungswissenschaft, aber auch auf Lehramt studieren. Auch die Masterstudiengänge Abenteuer- und Erlebnispädagogik, Motologie und Erziehungs- und Bildungswissenschaft fallen in den Bereich. So sollen Fachkräfte langfristig an die Region ­gebunden werden.

Zugänglich soll der neue Schwerpunkt allen Schülern sein, die die Eingangsvoraussetzung „Versetzung in die gymnasiale Oberstufe erlangt haben. Zusätzliche Ressourcen seien für die Einführung nicht erforderlich, heißt es in dem Antrag. An den Kaufmännischen Schulen und der KKS gebe es genügend Räume und auch das entsprechende Lehrpersonal sei bereits vorhanden.

Eigentlich habe man bereits vor den Weihnachtsferien mit einer Antwort des Kultusministeriums gerechnet, sagt Schulleiter Klaus Denfeld auf OP-Nachfrage. Die Antwort könne daher jederzeit kommen.