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Marburg Katzenbabys im Karton ausgesetzt
Marburg Katzenbabys im Karton ausgesetzt
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13:00 25.05.2019
Die sechs kleinen Katzenbabys wurden im Karton vor dem Tierheim in Cappel ausgesetzt. Derzeit sind alle Pflegestellen für Katzenbabys im Landkreis besetzt. Quelle: Nadine Weigel
Marburg

Die sechs Katzenbabys halten die Mitarbeiter des Tierheims ganz schön auf Trab: Pesto, Popcorn, Pumpkin, Pepper, Peanut und Peach brauchen viel Zuwendung. Klar, die sechs Findelkinder sind gerade wenige Wochen alt. Eines Morgens im Mai stand plötzlich ein Karton vor dem Tierheim in Cappel. Heraus lugten die putzigen, kleinen Fellknäuel. „Wir können leider gar nichts über sie sagen. Nur, dass sie ohne ihre Mama ausgesetzt wurden und es ihnen soweit gut geht“, erläutert Tierheimmitarbeiterin Fortuna Gathmann.

Dass Katzenkinder ausgesetzt werden, ist keine Seltenheit. Vor allem im Frühjahr und Herbst leidet das Marburger Tierheim unter einer regelrechten Katzenschwemme. „Wir haben dann immer Probleme mit kleinen Kätzchen oder tragenden Kätzinnen“, so Gathmann. Für tragende Kätzinnen ist eine Geburt im Tierheim sehr stressig. „Wir sind sehr froh, dass uns die Katzenbabyrettung jetzt schon wieder einige abgenommen hat“, sagt die Tierpflegerin.

Doch auch die Katzenbabyrettung Mittelhessen hat derzeit alle Hände voll zu tun. Alle elf Pflegestellen im Landkreis Marburg-Biedenkopf sind besetzt. Rund 40 Katzenbabys werden derzeit von den freiwilligen Pflegeeltern auf Zeit aufgepeppelt. „Mehr Katzenbabys können wir momentan nicht aufnehmen“, betont Judith Bohrisch-Huwald von der Katzenbabyrettung auf Nachfrage der OP. Deshalb herrsche Aufnahmestopp.

Mavis und Cimen

Cimen und Mavis. Foto: Nadine Weigel

Natürlich gibt es auch immer wieder Kleintiere und Vögel im Tierheim. Seit Ende April wartet ein hübsches Wellensittichpärchen in Cappel auf einen neuen Besitzer. Mavis und Cimen suchen ein neues Zuhause, wo sie viel Platz und Beschäftigungsmöglichkeiten haben. Schön wäre, wenn sie mit weiteren Wellensittichen im Schwarm leben dürften.

Seit der Gründung im Jahr 2012 hat der gemeinnützige Verein rund 1.000 Katzenbabys aufgepeppelt. Frühjahr und Herbst sind dabei traditionell die katzenreichste Zeit. Als Ursache für das Problem der großen Vermehrung sehen die Tierschützerinnen wild lebende Kätzinnen. „Wenn diese nicht kastriert sind, werfen sie mindestens einmal im Jahr bis zu sechs Junge“, erklärt Tierheimmitarbeiterin Gathmann. Diese Katzenbabys dann durchzubringen, sei für Streunerinnen sehr schwer. „Meistens verhungern oder erfrieren die Jungen dann“, weiß Gathmann. Es komme auch ab und an vor, dass frei lebende Katzenbabys wilden Tieren zum Opfer fallen.

Krümel

Krümel. Foto: Nadine Weigel

Krümel, Pascha und Stummelchen wurden gemeinsam schweren Herzens abgegeben. Die drei Katzen sind von der Tierheimsituation überfordert. Die Geschwister Krümel und Stummelchen würden gern in ein gemeinsames Zuhause ziehen. Dort muss auf gesunde Ernährung geachtet werden, da sie unter teils starkem Übergewicht leiden.

Deshalb appellieren die Tierschützerinnen, frei lebende Katzen kastrieren zu lassen. Denn ein weiteres Problem wild lebender Katzenmamas sei, deren Nachkommen zahm zu bekommen. „Manchmal kriegen wir Katzenbabys erst, wenn sie sechs bis acht Wochen alt sind. Dann ist es schwierig, sie zahm zu bekommen“, so Gathmann, die aber auch rät, Hauskatzen generell kastrieren zu lassen. Es passiere schnell, dass eine Katze aus der Wohnung husche und dann tragend zurückkehre.

Dino

Dino. Foto: Nadine Weigel

Dino wurde wegen Überforderung abgegeben, da sich Probleme mit dem Kind im Haushalt entwickelten. Der kleine Corgi-Terrier-Mischling zeigt sich neugierig, aufgeschlossen und verspielt. Er bindet sich sehr an seine Menschen und an Dinge, die er für sich beansprucht und tendiert dann dazu, sie gegen andere verteidigen zu wollen.  

Die kleinen Findelkinder Pesto, Popcorn, Pumpkin, Pepper, Peanut und Peach werden momentan auf ihren Auszug vorbereitet. Anfang Juni werden sie gechipt und tätowiert und sollen dann möglichst jeweils zu zweit ein neues, schönes Zuhause finden.

von Nadine Weigel