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Marburg Muffin, die Fellnase des Südviertels
Marburg Muffin, die Fellnase des Südviertels
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16:00 22.10.2019
Muffin in seinem natürlichen Habitat: zwischen Nahkauf und Sonnen-Apotheke. Quelle: Linda Marquardt
Marburg

Mitten im Südviertel, an der Frankfurter Straße, wo sich Sparkasse, Nahkauf und Sonnen-Apotheke gegenüberliegen, zieht eine flauschige Persönlichkeit alle Aufmerksamkeit auf sich – der charismatische Kater Muffin. Durch seine selbstbewusste, schmusige Art ist er großes Gesprächsthema unter den Anwohnern und Passanten geworden. Muffin sitzt mit Vorliebe vor dem Supermarkt „Nahkauf“ und beobachtet seine Umgebung.

Damit er es sich nicht auf dem ausgestellten Gemüse oder in den Blumenkästen des Supermarkts bequem macht, hat der Nahkauf ihm eine kleine Ecke darunter mit einem Pappkarton eingerichtet. Diesen hat Muffin für sich auch bereits vollkommen in Anspruch genommen. Einige Kunden halten schon direkt bei ihrer Ankunft Ausschau nach dem Kater und fragen aktiv im Laden nach, sollte er mal nicht zu sehen sein.

„Er ist der Blickfang an der Kreuzung“, sagt Filialleiterin Sigrid Ochs. „Ab und zu steckt der neugierige Kater auch schon mal sein Köpfchen durch die Tür, um in den Laden reinzuschnuppern, weiß aber, dass er eigentlich nicht rein soll.“ Bei der Sonnen-Apotheke darf er ebenso nicht ins Gebäude und geht maximal ein paar Pfotenlängen hinein. „Er weiß zu jeder Tageszeit, wo er am besten Aufmerksamkeit bekommen kann.

Nach und nach entdeckte er die Gegend für sich

Er zieht das Interesse der Menschen auf sich und genießt es“, erklärt die Leiterin der Sonnen-Apotheke, Johanna Traeger. Als beispielsweise an der Apotheke eine neue Eingangstür eingebaut wurde und der Schalter zeitweise auf das Fenster umgelegt werden musste, war Muffin immer dabei, sprang auf die Fensterbank und hat sich von den Kunden Streicheleinheiten abgeholt.

Wenn an der Apotheke der nächtliche Notdienst ist, verzaubert er die Kundschaft vor dem Nachtschalter. Doch während Muffin interessiert am Kontakt mit Menschen ist, ist er Hunden gegenüber nicht allzu wohlgesinnt. Er geht zwar nicht auf sie los, hat aber auch keine Angst und ist so selbstbewusst, dass er ihnen nicht aus dem Weg geht. Wegen seiner starken Präsenz an der Kreuzung nehmen viele Passanten an, dass Muffin ein Streuner sei.

Das ist allerdings nicht der Fall. In 2009 wurde der Kater von der Familie Wolf als junges Kätzchen aus dem Tierheim aufgenommen. Sein Revier an der Kreuzung habe er dabei nicht sofort nach der Aufnahme aus dem Tierheim erobert. Nach und nach entdeckte er die Gegend für sich und suchte sich Standorte aus, an denen er die meiste Aufmerksamkeit bekam. „Er kann aber immer nach Hause“, versichert Jula Wolf, die Besitzerin.

"Muffin ist ein Rudeltier"

„Muffin ist ein Rudeltier. Er hat gern Gesellschaft, und bei kaltem und schlechtem Wetter macht er es sich zu Hause bequem.“ Auch sie stimmt der Einschätzung von Johanna Traeger zu: „Er sucht Nähe und weiß, was er will. Dabei holt er sich seine Streicheleinheiten, zeigt aber auch, wenn er genug hat, und geht.“ Kratzen tue er dabei aber nicht.

Muffin wird oft von besorgten Menschen gefüttert, die sich um den Kater und sein Wohlbefinden sorgen. Dabei ist das Anfüttern von Katzen oft gut gemeint, aber bei Katzen mit Besitzern nicht allzu gern gesehen. „Irgendwann kommen die Katzen nicht mehr nach Hause“, erklärt Jula Wolf. „Auch macht es das Füttern von Medikamenten schwierig, wenn das Tier nie hungrig zu Hause ankommt.“

Derzeit können Fotos von Muffin im Schaufenster der Sonnen-Apotheke bewundert werden. Die von Antje Kaufmann gestaltete Fotofront wird sehr wahrscheinlich noch bis Ende Oktober zu sehen sein. Vielleicht ist die pelzige Berühmtheit ja auch gerade da.     

von Linda Marquardt