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Marburg Kataster über Bebauungsareale gefordert
Marburg Kataster über Bebauungsareale gefordert
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22:01 11.06.2018
Hasenkopf am Stadtwald, Oberer Rotenberg – oder doch ganz woanders? Die Links-Fraktion fordert ein Freiflächen- und Leerstandskataster, um über Alternativen diskutieren zu können.
Hasenkopf am Stadtwald, Oberer Rotenberg – oder doch ganz woanders? Die Links-Fraktion fordert ein Freiflächen- und Leerstandskataster, um über Alternativen diskutieren zu können. Quelle: Felix Busjaeger
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Die Einführung eines Brach-, Freiflächen- und Leerstandskatasters ermögliche es, ein Gesamtbild über mögliche Bebauungsareale zu erhalten und diese für die zukünftige Stadtentwicklung in tatsächliche Baulücken sowie ebenso notwendige Frei- und Grünflächen zur Naherholung und mikroklimatischen Stabilisierung zu kategorisieren.

Die zentrale Erfassung von Leerständen sei zudem sinnvoll, um eine „zielgerichtete Entwicklungsplanung für Infrastruktur und Sozialressourcen“ sowie eine grundsätzlich bessere Planungs- und Beschlussgrundlage für künftige Bauvorhaben in der Universitätsstadt zu erreichen, heißt es in einem Antrag der Linken an die Stadtverordnetenversammlung. Ein entsprechendes Kataster könne auch für die aktuelle Diskussion über die Ausweisung neuer Wohngebiete im Marburger Westen – die Frage nach Oberen Rotenberg und am Stadtwald – bedeutsam sein.

Stadtregierung: „Druck auf Wohnungsmarkt bleibt groß“

Seit Jahren verweist der Magistrat auf das im Zentrum und rund um die Innenstadt kaum noch verfügbare Bauland, sieht nur vereinzelte Lücken und die Chance, etwa auf ehemaligen Gewerbeflächen Häuser errichten zu lassen. Neben den aktuell diskutierten Neubaugebieten Rotenberg und Hasenkopf, gilt das Gebiet rund um die Temmlerstraße nahe Cappel als größtes Wohnungsbauprojekt der Zukunft.

Die ZIMT-Regierung aus SPD, BfM und CDU strebt derzeit vor allem eine „gezielte Entwicklung von Baulandpotential und Verzahnung innerstädtischer Nachverdichtung“ an. Dazu soll es einen organisierten Austausch der Mitglieder der Runden Tische „Preiswerter Wohnraum“ und „Barriefreies Bauen“ mit den in Marburg tätigen, größeren privatwirtschaftlichen Immobilien-Investoren geben.

Auch „Investitionsanreize“, die von der Stadt für Investoren geschaffen werden könnten, sollen nicht ausgeschlossen werden. Grundsätzliche Ziele der Stadtregierung sind eine größere soziale Durchmischung der Nachbarschaften, die Etablierung neuer Wohnformen und ein Ausbau der Infrastruktur in den von Neubauvorhaben betroffenen Vierteln. „Trotz aller Bemühungen ist der Druck auf den Wohnungsmarkt nach wie vor groß“, heißt es.

von Björn Wisker