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Marburg Kanzlerstelle: Keine Neuausschreibung
Marburg Kanzlerstelle: Keine Neuausschreibung
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06:16 19.10.2012
Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Die Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause kündigte im Gespräch mit der OP an, dass sie sich bereits in der November-Sitzung des Senats mit den Senatoren „ins Benehmen” setzen und ihren „Kanzlerkandidaten” vorschlagen werde. Das bedeutet aber auch, dass es nicht zu einer Neuausschreibung des Postens kommt, die der Senat vor einigen Wochen mehrheitlich in nicht-öffentlicher Sitzung gefordert hatte. Krause bestätigte der OP auf Anfrage, dass sie keine Neuausschreibung der Kanzlerstelle plant. Eine genauere Begründung dafür wollte sie auf OP-Anfrage mit Hinweis auf das laufende Verfahren noch nicht geben.

Zum 1. Mai kommenden Jahres soll die Kanzlerstelle wieder besetzt werden. Die Chancen des Marburger Uni-Kanzlers Dr. Friedhelm Nonne, für acht weitere Jahre erneut Kanzler zu werden, sind damit enorm gestiegen. Denn er ist einer von drei Kandidaten, von denen einer nach OP-Informationen kein ernsthafter Bewerber war.

Zunächst einmal steht aber nun am 29. Oktober die turnusmäßige nächste Senatssitzung an, bei der sich auch der neugewählte Senat konstituiert, dem mehrere Neulinge angehören. Für Katharina Krause ist das ein Anlass, um noch einmal grundsätzlich zu werden: Die Marburger Uni-Präsidentin wird auf Wunsch der Senatsmitglieder erläutern, wie sie sich die Arbeits- und Funktionsweise des Präsidiums vorstellt und wie aus ihrer Sicht die Anforderungen an das Amt des Marburger Kanzlers aussehen.

Die Öffentlichkeit soll allerdings bei diesem Tagesordnungspunkt ausgeschlossen werden, sobald es dann dabei um eine Personaldiskussion geht.

Auf jeden Fall soll der anschließende Bericht der Senatskommission, die sich mit den Bewerbungen beschäftigt hat, in nicht-öffentlicher Sitzung erfolgen.

Ursprünglich hatte die Präsidentin schon in der Oktober-Sitzung des Senats den Namen des von ihr ausgewählten Bewerbers für den Kanzlerposten präsentieren wollen. Dieses Vorhaben hatte sie dann nach OP-Informationen kurzfristig vertagt, vor allem wegen des Mehrheits-Votums des Senats.

Die Senatoren hatten sich vor allem an einem Passus in der Ausschreibung gestört, in der steht: „Es ist davon auszugehen, dass sich der jetzige Stelleninhaber für eine weitere Amtszeit bewerben wird“.

Kritisiert wurde, dass durch diese Passage möglicherweise aussichtsreiche Kandidaten abgeschreckt wurden, sich um den Posten des Marburger Uni-Kanzlers zu bewerben. Der Kanzler leitet der Ausschreibung zufolge die Universitätsverwaltung nach den Richtlinien des Präsidiums. „Das Amt erfordert unternehmerisches Denken und Handeln, Kenntnisse in den einschlägigen Rechtsbereichen, Planungs- und Organisationskompetenz, Kommunikations- und Teamfähigkeit sowie Verhandlungsgeschick und Durchsetzungsfähigkeit“, heißt es in der Ausschreibung. Die erneute Ausschreibung des Kanzlerpostens nach einer Amtsdauer von acht Jahren ist vom Hessischen Hochschulgesetz vorgeschrieben.

von Manfred Hitzeroth