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Marburg Berühmte Frauen durch acht Jahrhunderte
Marburg Berühmte Frauen durch acht Jahrhunderte
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13:00 02.11.2021
Professorin Marita Metz-Becker (links) und Lyudmila Lyubimova stellen berühmte Marburger Frauen vor.
Professorin Marita Metz-Becker (links) und Lyudmila Lyubimova stellen berühmte Marburger Frauen vor. Quelle: Foto: Uwe Badouin
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Marburg

Die Reise durch die Zeit beginnt bei der Heiligen Elisabeth (1207 – 1231), die die Stadt im Mittelalter entscheidend geprägt hat. Ihr zu Ehren wurde die Elisabethkirche errichtet, die älteste gotische Kirche Deutschlands. Marburg wurde zu einem Pilgerort und gedieh.

Zwölf Frauen präsentiert die Vorsitzende des Vereins, Professorin Marita Metz-Becker, in dem informativen Kalender: Sophie von Brabant, die Tochter der Heiligen Elisabeth (1224 – 1275), Hedwig Sophie von Hessen Kassel (1623 – 1683), die Romantikerin Caroline Schlegel-Schilling (1763 – 1809), die Medizinerin Maria Anne Victoire Boivin-Gillain (1773 – 1841), Kurfürstin Auguste von Hessen (1780 – 1841), die Schriftstellerin Bettine Brentano (1785 – 1859), die Politikerin Elisabeth Selbert (1896 – 1986), die Schriftstellerin Marie Luise Kaschnitz (1901 – 1974), die Philosophin Hannah Arendt (1906 – 1975), die Wissenschaftlerin Ingeborg Weber-Kellermann (1918 – 1993) und die Theologin Margot Käßmann (geboren 1958).

Nicht jedes Jahrhundert vertreten

Man sieht: Nicht jedes Jahrhundert ist vertreten. Aus dem 14., 15. und 16. Jahrhundert sind offensichtlich keine berühmten Frauen aus Marburg überliefert, die Niederschlag in dem Kalender gefunden hätten. Die Gründe liegen auf der Hand. Das späte Mittelalter und die frühe Neuzeit waren Gesellschaften, in denen Frauen kaum eine Rolle spielten – wenn als Hausfrau oder Mutter, erklärt Metz-Becker: „Selbst Frauen aus dem Hochadel bekamen einen Vormund, wenn ihr Mann starb wie etwa die Heilige Elisabeth. Oder sie führten, wenn ihre Männer gestorben waren, die Regierungsgeschäfte an Sohnes statt. Waren die Söhne alt genug, waren die Frauen wieder weg.“

Neben einem kurzen Text über die Bedeutung der Frauen enthält der Kalender, der sich an historisch interessierte Menschen richtet, jeweils vier Abbildungen pro vorgestellter Frau, die ihre Bedeutung für die Stadtgeschichte illustrieren. Gestaltet wurde der Kalender im Format DIN-A4 von Lyudmila Lyubimova, die für das Haus der Romantik arbeitet.

Der Marburger Frauenkalender 2022 „800 Jahre Marburg. Berühmte Frauen durch acht Jahrhunderte“ kostet 9,80 Euro. Er ist erhältlich unter anderem im Marburger Haus der Romantik am Markt 16 sowie im Marburger Buchhandel.

Von Uwe Badouin

02.11.2021