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Marburg Junge Tüftler entwickeln Aufräumroboter
Marburg Junge Tüftler entwickeln Aufräumroboter
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21:00 05.07.2020
Fabian Sohn (links) und Paul Wagner von der MLS haben einen Aufräumroboter gebaut und damit einen Preis gewonnen. Quelle: Foto: Nadine Weigel
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Marburg

„3, 2, 1 und Start!“ Fabian klickt auf dem Laptop ein kleines Symbol an und schon surrt er los, der „Aufräumix #31313“. Wie von Geisterhand rollt der tellergroße Roboter unter die Pappkonstruktion, die Bett oder Sofa simulieren soll, und holt darunter befindliche Legosteine hervor. „Wir haben ihn so programmiert, dass er mit dem Lichtsensor hell und dunkel unterscheiden kann. Misst er dunkel, fährt er geradeaus, egal wie lang das Sofa ist, misst er hell, dreht er sich um 90 Grad und schiebt so die Legosteine unter dem Sofa hervor“, erklärt Fabian so, als wäre es das einfachste der Welt.

Der zwölfjährige Fabian Sohn und sein gleichaltriger Freund Paul Wagner können die verwirrten Blicke, wenn sie von „Lichtmessungen größer gleich drei“ erzählen, nicht nachvollziehen. Für die beiden Martin-Luther-Schüler sind die bunten Zeichen und Zahlen auf dem Display ihres Laptops völlig verständlich. Schließlich haben sie wochenlang an dem Programm ihres Aufräumrobotors herumgebastelt. Aber ganz so einfach war’s dann ja doch nicht, wie Paul lächelnd zugibt: „Es gab schon einige Probleme, aber wir haben zum Glück immer eine Lösung gefunden.“

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Manchmal haben sie auf der Suche nach Lösungen bis um zwei Uhr nachts zusammengesessen und getüftelt – vor der Corona-Zeit wohlgemerkt. Die nächtlichen Zusammenkünfte haben sich gelohnt. Der „Aufräumix“ der beiden wurde mit dem zweiten Platz der Kategorie „Technik“ beim Regionalwettbewerb „Schüler experimentieren“ – der ihrem Alter entsprechenden Variante von „Jugend forscht“ – ausgezeichnet. Der Wettbewerb fand vor Corona im Bosch-Werk in Lollar statt.

Die Idee dazu entstand in der Robotik-AG ihres Lehrers Michael Szabo. Zusammen mit ihm sowie Pauls Vater Markus Schmidt, der ebenfalls Lehrer an der MLS ist, entwickelten die Sechstklässler auf Basis eines Lego-Mindstorm-Robotik-Sets ihren „Aufräumix“. Die Jungs bauten ihn zusammen und programmierten ihn so, dass Legosteine oder andere Dinge, die manchmal unterm Bett oder unterm Sofa zu finden sind, nicht dem Staubsauger zum Opfer fallen.

Aber für Paul und Fabian hatte das Ganze auch noch eine soziale Komponente: „Es gibt ja auch ältere Leute, die sind nicht mehr so gelenkig und können sich nicht mehr so gut bücken, für die wäre so ein Aufräumroboter auch gut“, findet Paul und ergänzt: „Die müssten dann nicht mehr auf den Knien unter Sofa oder Bett kriechen, falls da etwas liegt.“

Wer jetzt glaubt, Paul und Fabian seien die absoluten Computer-Nerds, die nur vor dem Bildschirm abhängen und kein Tageslicht sehen, liegt falsch. Die beiden Martin-Luther-Schüler spielen in ihrer Freizeit gern Fußball oder fahren Rad und machen gemeinsam Musik in ihrer eigenen Band.

„Aber das mit dem Roboter hat auch Spaß gemacht“, betonen beide und überlegen, ob sie nicht vielleicht doch noch was anderes entwickeln wollen.

Von Nadine Weigel

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