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Marburg Joseph Moog spielt Beethoven
Marburg Joseph Moog spielt Beethoven
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15:14 01.07.2021
Der Pianist Joseph Moog gastiert am 10. Juli beim Marburger Konzertverein.
Der Pianist Joseph Moog gastiert am 10. Juli beim Marburger Konzertverein. Quelle: Thommy Mardo HD
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Marburg

Der Marburger Konzertverein atmet auf: Nach dem erfolgreichen Wiedereinstieg mit der Jenaer Philharmonie und dem Star-Cellisten Maximilian Hornung Anfang Juni kündigt der Verein ein weiteres Nachholkonzert aus der Saison 2020/21 an: Am Samstag, 10. Juli, gastiert der Pianist Joseph Moog mit Solisten der Deutschen Radiophilharmonie (Flöte, Violine, Cello) im Erwin-Piscator-Haus. Das Konzert war ursprünglich am 5. Dezember geplant. Mit dem Konzert könne der Verein auch das wegen der Corona-Pandemie weitgehend ausgefallene Beethoven-Jahr nachträglich würdigen, teilte der Vorstand des Vereins mit.

Der 33-jährige Joseph Moog wurde einst in der Klassikszene als Wunderkind gefeiert. Der Sohn zweier Orchestermusiker erhielt seinen ersten Unterricht im Alter von vier Jahren. Mit zehn wurde er als Jungstudent an der Hochschule für Musik Karlsruhe aufgenommen. Als er 12 Jahre alt war, debütierte er in Rio de Janeiro. Heute tritt er auf den großen Bühnen der Welt auf.

Joseph Moog wird am 10. Juli um 17 und um 20 Uhr zwei Konzerte mit unterschiedlichen Programmen spielen: Auf dem Programm stehen Werke von Ludwig van Beethoven (1770 bis 1827), „die jeweils eine für kleine Besetzung adaptierte Beethoven-Sinfonie beinhalten“. Um 17 Uhr erklingt zunächst die Fantasie g-Moll op. 77, die in Anlehnung an eine frei improvisierte Fantasie Beethovens entstanden ist und damit nach Ansicht des Konzertvereins „seine außergewöhnliche Improvisationskunst auch für ein heutiges Publikum noch erlebbar macht“. Im Anschluss beschreibt die sechste Sinfonie, die „Pastorale“, eine Reise über Land. Franz Liszt hat die „Pastorale“ für einen Klaviervirtuosen auf 88 Tasten übertragen – dies ermögliche die Aufführung dieses einzigartigen Werkes auch ganz ohne Orchester .

Das Konzert um 20 Uhr beginnt mit der als „Pathétique“ bezeichneten großen Klaviersonate op. 13 in c-Moll, die vielen als Inbegriff dessen gilt, was heute als der Beethoven’sche Stil betrachtet wird: kräftige Rhythmik, melodische Ausführung und dynamische Kontraste prägen seine stilbildenden Kompositionen.

Die „Pathétique“ wird von vielen auch als Reaktion Beethovens auf seine beginnende Ertaubung verstanden. Mit der 4. Sinfonie in Johann Nepomuk Hummels Fassung für Flöte, Violine, Violoncello und Klavier und ihrem in dieser Besetzung ganz eigenen Zauber schließt dieser Ludwig van Beethoven gewidmete Konzerttag.

Zur Gewährleistung der Sicherheit hat der Marburger Konzertverein gemeinsam mit dem Team des Erwin-Piscator-Hauses einen Hygieneplan erarbeitet. Der Besuch des Konzertes ist demnach nur für vollständig geimpfte, genesene oder tagesaktuell getestete Personen mit entsprechendem Nachweis möglich, und die Anzahl der Besucher ist auf 195 pro Konzert beschränkt. Es wird keine bewachte Garderobe geben, die gewohnte Konzerteinführung kann unter den gegebenen Bedingungen ebenso wenig stattfinden wie eine Pause. Um am Konzertabend Schlangen vor der Abendkasse zu vermeiden, wird gebeten, den Vorverkauf zu nutzen.

Karten für beide Konzerte sind ab Samstag, 3. Juli, bei den üblichen Vorverkaufsstellen, online über Reservix oder über karten@marburger-konzertverein.de erhältlich. Sie kosten zwischen 20 und 32 Euro. Im Vorverkauf erstandene Konzertkarten sind ohne Aufpreis fünf Stunden vor und nach dem Konzert als Ticket für den ÖPNV im gesamten RMV-Gebiet gültig.

Von Uwe Badouin