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Marburg Handgemachte Musik zum Träumen
Marburg Handgemachte Musik zum Träumen
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15:00 28.05.2022
Jonas Brannath (links), Sabine Prohl und Volkmar John im Proberaum in Friebertshausen.
Jonas Brannath (links), Sabine Prohl und Volkmar John im Proberaum in Friebertshausen. Quelle: Foto: Ina Tannert
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Friebertshausen

Dieser kleine Raum atmet musikalische Leidenschaft, auch wenn es gar nicht so einfach ist, sich zwischen Boxen, Gitarren, Mischpult und Kabelsalat sicher zu bewegen. Doch es lohnt, sich in den kleinen Proberaum von Jonas Brannath und seiner Band im ersten Stock des alten Künstlerhauses zu quetschen. Wenn das ausgelassene Trio erstmal loslegt, schallen fröhliche Songs aus den offenen Dachfenstern hinaus ins grüne Idyll am Ortsrand von Friebertshausen. Klänge, die ins Ohr gehen und die Laune heben. Eine lockere Mischung, die stilistisch schwer einzuordnen ist. Ein wilder Mix zwischen Folk-Pop mit Reggae-Einflüssen, bei dem sich auch mal ein Hip-Hop-Ausreißer dazwischenmogelt.

Jonas Brannath liebt diese Abwechslung, die Leichtigkeit im Leben, die Natur und die Musik in allen Facetten. Alles will der Singer-Songwriter in seinen Liedern verbinden. „Die Songs geben den Leuten ein leichtes, fluffiges Gefühl, die Musik ist wie eine Reise“, sagt der 28-Jährige lachend. Dieser Leidenschaft widmet er sich seit er klein ist: „Ich habe schon als Kind auf Blechdosen rumgekloppt, die Musik passt einfach zu meinem Lebensgefühlt“. Eigentlich war der gebürtige Gießener auf dem besten Weg eine Basketballkarriere zu starten, entschied sich dann aber für die größere Leidenschaft. Heute schreibt er eigene Stücke, wo immer es geht, am liebsten im Grünen, das inspiriert ihn, „viele Songs sind im Wald entstanden“, verrät er.

In ein festes Genre will sich der Singer-Songwriter nicht einsortieren, experimentiert mit Stilen und Melodien, mal funky, mal gefühlvoll, mal ist auf einem Stück ein Quietscher seiner kleinen Tochter zu hören. Der stolze Vater ist seit Jahren auf diversen Festivals, in Clubs oder mit dem Bubble-Zauberer aus Lohra unterwegs. Mittlerweile zusammen mit den Bandkollegen Volkmar John am Bass und Sabine Prohl an den Percussions. Die Gruppe „Jonas Brannath und Band“ entsteht kurz vor der Pandemie, die alle großen Pläne vorerst zunichte machte. „Es lief richtig gut an und dann hat uns Corona total gebremst“, erinnert sich John. Die Flaute haben sie allerdings genutzt, um sechs neue Songs zu kreieren. Die sind nun auf ihrer ersten EP „Diversity“ erschienen.

Gute Laune und Zusammenhalt

Diversity, Vielfalt, ist auch in der bunt zusammengemischten Band Programm, bei der man auf den ersten Blick denkt, hier hat sich eine musikalische Familie zusammengefunden. Verwandt sind die drei unterschiedlichen Künstler – Brannath ist 28, die Kollegen 60 und 61 Jahre alt – aber nicht. Sie haben sich vielmehr aus verschiedenen Bands zusammengefunden. „Uns macht einfach die Konstellation, die Vielfältigkeit aus, und das zeigt sich auch auf der EP“, findet Künstlerin Sabine.

Mal spielen sie blues-rockige Lieder zum Nachdenken, mal zum Mitwippen und Tanzen, wie das Reggae-Pop-Stück „Stay“, Jonas aktuelle Single. Das dazugehörige Musikvideo bei Youtube soll gute Laune verbreiten, den Zusammenhalt unterschiedlicher Menschen zeigen. „Das ist in dieser Zeit der Spaltungen ja ein überaus wichtiges Thema“, betont er.

Eigentlich fehlt ihnen nun noch ein Schlagzeuger und Keyboarder, die würden die Band komplettieren, die sich einiges vorgenommen hat. Ihr großer Traum ist es, nun nach der Corona-Zwangspause wieder in vielen Clubs und auf Festivals zu spielen, vielleicht sogar ein Label zu finden. „Wir möchten einfach viele Leute mit unserer Musik erreichen und einfach geile Songs schreiben, das ist die Hauptsache“, sagt der Sänger.

Weitere Informationen unter www.jonasbrannathmusic.com. Die Songs des neuen Albums sind auf allen gängigen Plattformen zu finden, darunter spoti.fi/33duHtj

Hier geht's zum Video

Von Ina Tannert

28.05.2022
27.05.2022