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Marburg Busse befördern Blista-Beschäftigte
Marburg Busse befördern Blista-Beschäftigte
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18:17 12.01.2022
Birgit Stey, Geschäftsführerin der Stadtwerke Marburg Consult (von rechts), freut sich über das symbolische Überreichen eines JobTickets durch Oberbürgermeister und Verkehrsdezernent Dr. Thomas Spies an Blista-Direktor Claus Duncker sowie die Vorsitzende des Betriebsrates Monika Ziegler. Die Mobilitätszentrale der Stadtwerke repräsentiert Regina Kranz.
Birgit Stey, Geschäftsführerin der Stadtwerke Marburg Consult (von rechts), freut sich über das symbolische Überreichen eines JobTickets durch Oberbürgermeister und Verkehrsdezernent Dr. Thomas Spies an Blista-Direktor Claus Duncker sowie die Vorsitzende des Betriebsrates Monika Ziegler. Die Mobilitätszentrale der Stadtwerke repräsentiert Regina Kranz. Quelle: Gianfranco Fain
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Marburg

Nun gehört auch die Deutsche Blindenstudienanstalt (Blista) zum Kreis der 10 Unternehmen im Landkreis, die ihren Mitarbeitern ein Job-Ticket für das gesamte Gebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) anbieten.

Mit dem Nutzen der Fahrzeuge des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) könnten die rund 400 Beschäftigten der Blista ab Februar beginnen, bisher meldeten sich 96 Mitarbeitende an, berichtet Monika Ziegler. Die Vorsitzende des Betriebsrates zeigte sich aber beim Vorstellungstermin zuversichtlich, dass viele weitere Beschäftigte noch auf den kostenlosen Zug zum Arbeitsplatz aufspringen. Schließlich kam der Ruf nach dem Job-Ticket vor rund einem Jahr aus der Belegschaft eines der größten innerstädtischen Arbeitgebers.

Dessen Vorstand unterstützte das Projekt von Beginn an, lobt die Betriebsratsvorsitzende. Er sei froh, dass es „endlich geklappt hat“ und sich schon viele Mitglieder des Kollegiums bereit erklärten, das Angebot zu nutzen, fügt Blista-Direktor Claus Duncker an. Denn die Blista wolle als soziale Einrichtung auch ihren Beschäftigten des inklusiven Bildungscampus gute Arbeitsbedingungen bieten.

Auch sehe man sich nach der E-Bike-Initiative im Jahr 2019 in der Verantwortung, ein Zeichen für eine klimafreundliche Mobilität in der Stadt Marburg zu setzen, und hofft auf Nachahmer unter den Arbeitgebern im gesamten Landkreis.

Stadt möchte das Klima-Ziel 2030 erreichen

Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies äußerte seine Freude über „dieses beispielhafte Angebot“ der Blista für ihre Beschäftigten. Dieses sei zudem für die Stadt Marburg wichtig, um das Klima-Ziel der Stadt im Jahre 2030 zu erreichen. Darin spiele die Mobilität eine zentrale Rolle und diese Aufgabe sei nur zu erreichen, indem der ÖPNV noch attraktiver gemacht werde.

Dazu diene das Job-Ticket, indem es nicht nur kostenlose, sondern auch klimafreundliche Fahrten zur Arbeit ermögliche. Doch nicht nur dafür: Da sich die Blista für die Premium-Variante des Job-Tickets entschied, könnten die Nutzer an den Abenden und Wochenenden mit einer erwachsenen Begleitperson und beliebig vielen Kindern das Angebot im gesamten RMV-Netz nutzen. Spies setzte auch auf den den psychologischen Effekt, den das Job-Ticket hervorrufen kann: Einfach einsteigen und fahren lassen. Ohne den Kauf einer Fahrkarte ließe sich der ÖPNV mit einer „ganz anderen Selbstverständlichkeit nutzen“.

Schon jetzt biete die Stadt Marburg ein vergleichsweise höheres ÖPNV-Angebot als vergleichbare Städte an und die Nutzung halte dem Vergleich mit metropolartigen Regionen stand. Birgit Stey freut sich, dass die Blista eine weitere „tolle Bedingung für ihre Arbeitnehmer schafft“.

Die Nutzer profitieren von „der Zuverlässigkeit des umweltfreundlichen Nahverkehrsangebots der Stadtwerke, die mit der Blista eng zusammenarbeiten und auch Angebote für sehbehinderte Fahrgäste wie Lautsprecheransagen an den digitalen Haltestellen-Anzeigern oder die Informations-App DyFIS Talk anbieten. Stey ist Geschäftsführerin der Stadtwerke Marburg Consult GmbH.

JobTicket

Im Gebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) macht das JobTicket 280 000 Menschen mobil. Allein im vergangenen Jahr ermöglichten 55 Unternehmen im RMV-Bereich ihren Beschäftigten, kostenlos öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, um zur Arbeitsstätte zu gelangen. Im Landkreis Marburg-Biedenkopf sind es nach RMV-Angaben bisher einschließlich blista zehn Unternehmen. Eine Vereinbarung mit dem RMV über das JobTicket können Firmen ab einer Belegschaft von 51 Mitarbeitern treffen. Kleinere Betriebe können sich dazu für eine Kooperation zusammenschließen. Das nicht übertragbare JobTicket gibt es in drei Varianten von der Basis- bis zur Premium-Version, von der Möglichkeit beliebig vieler Fahrten in den Tarifgebieten des Bereiches Arbeitsplatz – Wohnort bis zur Möglichkeit beliebig vieler Fahrten im Verbundgebiet einschließlich der Mitnahme eines Erwachsenen und beliebig vieler Kinder an allen Wochentage ab 19 Uhr sowie an Wochenenden ganztägig. Für die Beschäftigten ist das JobTicket steuerlich unwirksam, kann komplett als Bonus zum Gehalt gewährt werden. Für dieses Mittel der Arbeitnehmerbindung ist die Teilnahme an einer Mobilitätsstudie des RMV erforderlich, anhand der ein individueller Pauschalpreis kalkuliert wird.

Von Gianfranco Fain

12.01.2022
12.01.2022