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Marburg Jahrgang 12 zurück an der Schule
Marburg Jahrgang 12 zurück an der Schule
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11:58 12.02.2021
Ein Schüler im „Home-Schooling“. Die Vor-Abiturjahrgänge sollen zurück zum Präsenzunterricht.
Ein Schüler im „Home-Schooling“. Die Vor-Abiturjahrgänge sollen zurück zum Präsenzunterricht. Quelle: Foto: Nadine Weigel
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Marburg

Weitestgehend sind die Schulen im Kreis noch wie leergefegt, der Unterricht findet zum Großteil auf Distanz statt, eine Ausnahme bilden die Abschlussklassen. Bisher konnten auch die 12. Klassen nicht vom Präsenzunterricht profitieren – das kritisiert der Kreisschülerrat Marburg-Biedenkopf in einer Pressemitteilung.

Die Schülervertreter sprachen sich bereits vor den gestern getroffenen Corona-Beschlüssen für mehr Präsenzunterricht aus, in Form eines Wechselmodells für 12.-Klässler. Zwar steht dieser Jahrgang noch nicht vor den Abi-Abschlussprüfungen – die jetzigen Leistungen fließen im Rahmen der Qualifikationsphase (bei G9 die 12. und 13. Klasse) aber in das spätere Abiturergebnis mit ein. Schlechte Ergebnisse, etwa entstanden durch die Unterrichtssituation in der Pandemie, könnten demnach Auswirkungen auf die endgültige Abschlussnote nach dem nächsten Schuljahr haben.

Der Kreisschülerrat sieht die Gefahr, dass Schüler abgehängt werden, mit schlechteren Noten ins Studien- oder Berufsleben starten müssen, und betont: „Der Fernunterricht kann qualitativ nicht mit dem Präsenzunterricht gleichgesetzt werden. Trotz Videokonferenzen und Erklärvideos müssen sich die Schüler*Innen viele Inhalte allein erarbeiten“, heißt es in der Erklärung.

Der Vorstand plädierte daher bereits „für den Wiedereintritt in Schule zum nächstmöglichen Zeitpunkt“. Bei aller Vorsicht der Politik, sollte „die Jahrgangsstufe 12, in der Qualifikationsphase hin zum Abitur, mit in die Überlegungen rund um die ’Abschlussklassen’ einbezogen werden.“

Das scheint nun passiert zu sein: In den gestrigen Beschlüssen des Hessischen Corona-Kabinetts sind erstmals die Vor-Abitur-Jahrgänge (Q2) mit aufgeführt, „die Abschlussklassen Q2 und Q4 werden gleichbehandelt“, wie Kultusminister Alexander Lorz zu den aktuellen Corona-Beschlüssen. Auch dieser Jahrgang – Q2, also das zweite Halbjahr der 12. Klasse – soll zurück an die Schulen in den Präsenzunterricht. Je nach Lage an den Schulen könnte dabei „phasenweise“ auch auf Distanzunterricht zurückgegriffen werden.

Kreisschulsprecher Karl-Tizian Rückert begrüßt diese Entscheidung, es bleibe zwar abzuwarten, wie die Regelung mit entsprechendem Hygienekonzept an den Schulen konkret umgesetzt wird, aber die Nachricht sei „ein großer Erfolg“, sagt der Sprecher auf OP-Nachfrage.

Die vorherige Forderung der Schülervertreter für den Jahrgang 12 betrachtet auch Schulamtsleiter Burkhard Schuldt als „berechtigt und nachvollziehbar, es fließen ja abschlussrelevante Leistungen mit ein“. Das sei auch bereits Thema zwischen Schulämtern und Kultusministerium gewesen, den jetzigen Beschluss des Landes sieht er ebenfalls positiv. Die Rückkehr der Vor-Abitur-Jahrgangs an die Schulen bedeuten allerdings auch einen höheren organisatorischen und personellen Aufwand für die Schulen. Die neue Regelung komme allerdings auch nicht von einem Tag auf den anderen, nicht so unerwartet, wie es mehrfach im ersten Lockdown der Fall war. „Die Schulen sind darauf vorbereitet“, ist sich Schuldt sicher.

Von Ina Tannert