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Marburg Ist Marburg auf dem Weg zum Radel-Paradies?
Marburg Ist Marburg auf dem Weg zum Radel-Paradies?
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11:58 17.03.2021
Neue Radstreifen auf der Großseelheimer Straße in Marburg.
Neue Radstreifen auf der Großseelheimer Straße in Marburg. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Nirgendwo in Hessen ist das Radfahren angenehmer als in Marburg. Das ist das Ergebnis des ADFC-Fahrradklimatests, einer Untersuchung der Verkehrsfreundlichkeit in Städten zwischen 50.000 und 100.000 Einwohnern.

Für die Untersuchung sind im vergangenen Herbst bundesweit mehr als 225.000 Menschen bundesweit befragt worden. Dabei wurden 1.024 Städte und Gemeinden in verschiedenen Größenklassen bewertet, 109 davon in Hessen. Bei den mittelgroßen Städten hat Marburg den ersten von 110 Plätzen erobert, hat hessenweit Rüsselsheim als Spitzenreiter überholt und auch Gießen (40) weiter hinter sich gelassen. In und für Marburg stimmten mehr als 400 Teilnehmer ab, vergaben die Gesamtnote 3,59.

Probleme bei der Breite der Radwege

„Mehr Raum für Fahrräder schafft zugleich mehr Raum für die Menschen, die auf ihr Auto angewiesen sind. Von den erreichten Verbesserungen profitieren somit alle Verkehrsteilnehmer“, sagt Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD). Nach dem Titel „Aufsteiger des Jahres“ 2016 wolle man bundesweit in die Top Ten vergleichbar großer Städte – aktuell ist es Rang 14.

Für das Stimmungsbarometer wird zum Beispiel gefragt, ob Radfahren Spaß macht oder eher Stress bedeutet und wie sicher sich Radler fühlen. In den vergangenen Jahren verbesserte sich Marburg immer weiter, der aktuelle Sprung um zehn Plätze hängt offenbar vor allem mit den Gratis-Leihrädern, dem auch bei der Zahl der zur Verfügung stehenden Rädern ausgebauten System „Nextbike“ zusammen.

Grüne Welle für Radler

In der Bewertung schnitt dieser Bereich am besten ab. Auch die Verbesserung im Punkt Ampelschaltung fällt auf: Das dürfte mit der App Si-Bike, mit der sich Radler an einigen Innenstadt-Ampeln eine grüne Welle verschaffen können, zusammenhängen.

Auch die Umwidmung des Uferstraßen-Bereichs in eine Fahrradzone sorgt offenbar für mehr Komfort. Zuletzt wurden auch entlang der Großseelheimer Straße Radschutzstreifen, rote Wege auf der Panoramastraße eingezeichnet und die Spuren für Autos, Lkw und Busse verengt.

Breite der Radwege ist problematisch

Probleme gibt es in Marburg seit jeher vor allem bei der Breite der Radwege, bei Konflikten mit Autos und Lkw sowie der Kontrolle von Falschparkern auf Radwegen.

Von Björn Wisker