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Marburg Im Ramadan: Essensausgabe am Landratsamt
Marburg Im Ramadan: Essensausgabe am Landratsamt
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14:57 23.04.2020
Das Archivbild zeigt eine Szene aus dem Ramadanzelt am Elisabeth-Blochmann-Platz. Quelle: Nadine Weigel
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Marburg

An diesem Freitag, 24. April, beginnt für mehr als eine Milliarde Muslime weltweit der Fastenmonat Ramadan.

Dieser Monat ist üblicherweise ein Monat der Großzügigkeit und der gesellschaftlichen Solidarität, vor allem das Teilen einer Speise mit anderen wird sehr hoch angerechnet.

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Ramadan ist für viele Muslime der Monat der inneren Einkehr sowie der Vertiefung der direkten Beziehung zum Schöpfergott. In diesem Jahr aber ist nichts mehr wie in den Jahren zuvor.

Weder wird das tägliche Fastenbrechen in der Moschee möglich sein – noch das Ramadanzelt auf dem Elisabeth-Blochmann-Platz (die OP berichtete).

Win-win-Situation für die Tafel

Nach intensiven Überlegungen, wie trotz Krise der Geist des Ramadans gelebt werden kann, sowie Gesprächen mit Freunden und Unterstützern kam von der jüdischen Gemeinde die Idee auf, das Zelt der Marburger Tafel am Landratsamt gemeinsam mit der Islamischen Gemeinde zu nutzen.

Auf diese Weise könne die vorher auf vier Tage eingeschränkte Öffnungszeit auf die fehlenden drei Tage, Samstag bis Montag, erweitert werden, teilten Islamische Gemeinde und Tafel in einer Presseerklärung mit.

Die Islamische Gemeinde unterstützt ab sofort die Marburger Tafel finanziell, materiell und personell mit ehrenamtlichen Helfern – und die Marburger Tafel stellt Infrastruktur und Erfahrung zur Verfügung: „Eine weitere Win-win-Situation für die Marburger Tafel. Nach der Zusammenarbeit mit der Diakonie kommt mit der Islamischen Gemeinde ein neuer Kooperationspartner dazu, von dem alle Beteiligten profitieren, besonders die Bedürftigen“, sagt Rita Vaupel, Vorsitzende der Marburger Tafel.

Ausgabe erfolgt unbürokratisch

Asmah El-Shabassy, Projektkoordinatorin der Islamischen Gemeinde Marburg, ergänzt: „Es ist uns eine große Freude, dass wir die Tradition der Wohltätigkeit im Ramadan auf so sinnvolle Weise weiterführen können – nachdem viele von uns natürlich traurig sind, den Ramadan alleine oder nur im kleinsten Kreis verbringen zu müssen. Mit dieser Lösung können wir Muslime spirituelle Kraft tanken und gleichzeitig Linderung von Notlagen bedürftiger Bürger beitragen.“

Das Ramadanzelt am Landratsamt ist ab Freitag, 24. April, täglich von 13 bis 16 Uhr geöffnet. Die Ausgabe von Lebensmittelpaketen erfolgt unbürokratisch.

Von unseren Redakteuren

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