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Marburg Gewerbegebiet mit oder ohne Marburg
Marburg Gewerbegebiet mit oder ohne Marburg
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00:16 31.10.2018
Derzeit wird im Ebsdorfergrund der Anschluss an die neue Ortsumgehung Heskem gebaut, wo ein interkommunales Gewerbegebiet entstehen soll.  Quelle: Ina Tannert
Marburg

„Das Bauleitverfahren ist in vollem Gange“, betonte Andreas Schulz, Bürgermeister der Gemeinde Ebsdorfergrund auf OP-Anfrage. Gemeint ist das erste interkommunale Gewerbegebiet zwischen der Stadt Marburg und einer der angrenzenden Gemeinden.

Entstehen soll es an der Ortsumgehung Heskem, die derzeit gebaut wird und von deren Fertigstellung die Erschließung abhängig ist.

In der vergangenen Stadtverordnetensitzung hatte Dr. Hermann Uchtmann (FDP) eine kleine Anfrage bezüglich des Sachstandes zu eben diesem Gewerbegebiet und ob schon Investitionen getätigt wurde.

Oberbürgermeister Dr. Thomas Spieß (SPD) informierte, dass bisher sämtliche Sachkosten, vor allem die Erschließungsgutachten und die Erschließungsvorleistungen im Rahmen des Baus der Umgehungsstraße die Gemeinde Ebsdorfergrund getragen hat.

Am Donnerstag, 15. November, wird es eine gemeinsame Sitzung mit Vertretern aus Marburg und Ebsdorfergrund geben, wo abschließend entschieden werden soll, ob die Lahnstadt nun mitmacht bei dem interkommunalen Gewerbegebiet, oder nicht.

Der regionale Raumordnungsplan sieht eine Zusammenarbeit zwischen beiden Parteien vor. Allerdings benannte der OB in der Antwort der Kleinen Anfrage drei wesentliche Punkte, die er kritisch sieht:

  • Fehlende Zusage des Regierungspräsidiums für die anvisierten Erweiterungsflächen neben dem Interkommunalen Gewerbegebiet, ohne diese eine wirtschaftliche Erschließung und Vermarktung nicht möglich ist.
  • Es besteht nach derzeitigem Diskussionsstand kein gleichberechtigter und umfassender Einfluss auf die Steuerung der Geschäfte der Interkom, insbesondere auf die Vermarktungsentscheidungen.
  • Nochmalige Überprüfung der Kostenhöhe (Erschließung, Grunderwerb) soll erfolgen. Spieß betonte mehrfach, dass die Stadt dieses Gewerbegebiet will und es hinsichtlich des Einflusses auf die Geschäftspolitik der Interkom zuletzt ein Papier erarbeitet wurde, „welches einige gute Wege aufzeigt, wie eine gleichberechtigte Entscheidungsbeteiligung ermöglicht werden könnte.“ Andreas Schulz sagt, „dass die Gemeinde alle Voraussetzungen geschaffen hat, dass Marburg mitmachen kann. Wenn Marburg nicht will, wovon ich nicht ausgehe, dann werden wir das Gewerbegebiet nächstes Jahr alleine umsetzen.“ Die Kaufverträge liegen den Grundstückseigentümern bereits vor, Gewerbetreibende klopfen an „und bei den Betrieben und Interessierten stehen wir im Wort.“

von Katja Peters