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Marburg Institut für Bildende Kunst stellt online aus
Marburg Institut für Bildende Kunst stellt online aus
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16:58 01.08.2020
Das Foto zeigt das Logo der Online-Ausstellung der Masterstudierenden des Instituts für Bildende Kunst der Marburger Philipps-Universität.  Quelle: Foto: Institut für Bildende Kunst
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Marburg

25 Frauen und Männer aus dem In- und Ausland studieren derzeit im Masteratelier des Instituts für Bildende Kunst der Marburger Philipps-Universität. Das sehr gut ausgestattete Masteratelier, das jedem Studierenden einen eigenen Arbeitsplatz bietet, wird in der Stadt Marburg nach wie vor nur eingeschränkt wahrgenommen. Einmal im Jahr präsentieren die Studierenden eine Jahresausstellung. In der Regel zur Nacht der Kunst, die in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie abgesagt wurde. Das Team um den geschäftsführenden Direktor des Instituts, Professor Klaus Lomnitzer, hat die aktuelle Jahresausstellung unter dem Titel SOSO2020 daher als Online-Schau konzipiert

Das Jahr 2020 habe für das Institut für Bildende Kunst optimistisch begonnen, teilte Lomnitzer mit. Er verweist auf das internationale Kooperationsprojekt „Metanarrativas“ mit der Facultat de Belles Artes der Universität Barcelona. Seinen Höhepunkt erreichte das Projekt mit der gleichnamigen Ausstellung im Marburger Kunstverein (die OP berichtete).

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Corona stoppt das kulturelle Leben

Dann kam Corona. 2020 hat sich anders entwickelt. „Nach der Ausstellung folgten Quarantäne, Gebäudeschließungen, Isolation, Nachrichten von Erkrankungen und Todesfällen, Abstandsgebote, zahlreiche massive Einschränkungen und Verbote“, so Lomnitzer und sein Team. Diese Zäsur habe alle Lebensbereiche empfindlich getroffen, „das gewohnte kulturelle Leben“ sei zusammengebrochen.

Stark betroffen ist auch das Institut für Bildende Kunst und sein Masteratelier. „Das Studium der Bildenden Kunst bleibt bis auf Weiteres notwendigerweise nur eingeschränkt möglich“, so Lomnitzer. Online-Formate in der Lehre ermöglichten andere Optionen, könnten aber keineswegs den direkten Austausch und die künstlerische sowie technische Betreuung vor Ort ersetzen.

Die Ateliers sind geschlossen, Studium und Lehre sind quasi über Nacht auf die eigenen vier Wände reduziert, der private, intellektuelle und künstlerische Austausch nur noch online möglich – die Ausbildung drohe „sich in den unverbindlichen Weiten digitaler Verbindungen zu verlieren“, meint der Kunstprofessor. Er sieht trotz der Probleme und Einschränkungen auch sehr viel Positives: „Dank motivierter Studierender und eines engagierten Kollegiums wurden die neuen Herausforderungen angenommen und konstruktiv und erfolgreich genutzt.“

Erste digitale Ausstellung des Instituts

Statt der traditionellen Jahresausstellung zur Nacht der Kunst, die künstlerisches Forschen sichtbar machen und die Leistungen der Studierenden angemessen würdigen sollten, hat das Institut für Bildende Kunst erstmals eine digitale Ausstellung eingerichtet, die laut Lomnitzer „lohnenswerte Einblicke in das aktuelle Schaffen der Studierenden in diesem so anderen Jahr möglich“ mache. Auf der Homepage SOSO2020.de sind nun ausgewählte Arbeiten der 25 Masterstudierenden zu sehen. Das Logo zeigt das Foto eines recht ungewöhnlichen Hundes. Jede(r) Studierende wird vor seinen Arbeiten kurz vorgestellt, hinzu kommt eine zentrale Aussage über das Wesen der Kunst. Abgerundet wird die digitale Schau mit dem Illustrations-Projekt „Redewendungen“, das in Kooperation mit der Stabstelle für Konfliktberatung & Prozessentwicklung der Philipps-Universität entstand.

Die digitale Schau kann eine echte Ausstellung natürlich nicht ersetzen, zumal es keine Erläuterungen zu den Arbeiten gibt. Der Betrachter weiß etwa nicht, wie groß die Werke sind oder welche Techniken verwendet wurden. Dennoch gibt sie einen guten Einblick in die Arbeit des nach wie vor jungen Masterateliers.

Link: www.soso2020.de

Von Uwe Badouin

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