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Marburg Ines Claus: Eine harte Zäsur für die CDU
Marburg Ines Claus: Eine harte Zäsur für die CDU
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09:58 31.07.2020
Dr. Horst Falk (von links), Dirk Bamberger und Ines Claus beim Gespräch mit der OP. Quelle: Foto: Till Conrad
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Marburg

„Widerlich“ und „abscheulich“ nennt die Vorsitzende der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Ines Claus, die rechtsextremistischen Drohmails gegen mindestens 69 Männer und Frauen. Die Juristin Claus (42) glaubt, dass es mit den vom Kabinett beschlossenen Maßnahmen gelingen kann, Vertrauen in die hessische Polizei wiederherzustellen und die Täter zu entlarven.

Claus bereiste gemeinsam mit den heimischen Landtagsabgeordneten Dirk Bamberger und Dr. Horst Falk den heimischen Landkreis, hörte sich unter anderem bei der UKGM-Geschäftsleitung die Einschätzung der Situation nach der Übernahme durch Asklepios an und die Beurteilung des Corona-Krisenmanagements der Landesregierung.

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Für Claus sind die Sommerreisen in der parlamentarischen Pause die ersten in ihrer neuen Funktion als Fraktionsvorsitzende; für Dr. Horst Falk aus Dautphetal die ersten als Landtagsabgeordneter. Beide wurden durch den plötzlichen Suizid des Abgeordneten und Finanzministers Dr. Thomas Schäfer aus Biedenkopf in ihr neues Amt geworfen.

Dr. Horst Falk, bis zum Frühjahr am Marburger Gymnasium Philippinum, fühlt sich in der Fraktion aber „gut aufgenommen“, auch von der Landtagsverwaltung, wie er ausdrücklich hinzufügt. „Da hat mir Ines Claus vieles erleichtert“, sagt Falk. Nachvollziehbar, dass der Pädagoge als einen seiner Schwerpunkte die Schulpolitik hat, nachvollziehbar auch, dass das Trio während des Aufenthalts im Landkreis sich auch die Probleme einer Schule anhörte – zumal für die Zeit nach den Sommerferien ja angedacht ist, dass die Schülerinnen und Schüler wieder komplett beschult werden. „Die neue Art, den Kontakt mit den Schülern zu halten, war für viele Lehrer völlig ungewohnt,“, sagt Dr. Falk. „Für den ein oder anderen war das zunächst befremdlich.“

Hätte es für Ines Claus eine schwierigere Situation für ihren Start als Fraktionsvorsitzende geben können als den Start der Corona-Krise und den Tod des Finanzministers? „Wohl kaum“, sagt sie. „Für die hessische CDU ist das eine harte Zäsur, wir müssen damit zurechtkommen, ohne die eigentlich notwendige Zeit dafür zu haben.“

Lob für ihre Art kommt vom Fraktionskollegen und Ex-Sitznachbarn Dirk Bamberger. „Ich glaube, dass Ines Claus die Fraktion so führt, dass wir alle mitgenommen werden“, sagt er. Entscheidungen sollten nicht in engen Zirkeln fallen. „Ines Claus moderiert eher als durchzuregieren“, ergänzt Bamberger. Umso wichtiger sei, dass sich die neue Fraktionschefin die Zeit nehme, jede einzelne Stimme in der Fraktion zu hören. Dass Volker Bouffier den Mut hatte, in Ines Claus eine junge Frau zur Fraktionsvorsitzenden zu machen, findet er „gut“.

Von Till Conrad

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