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Marburg Klare Kante gegen Krieg und Intoleranz
Marburg Klare Kante gegen Krieg und Intoleranz
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12:00 29.06.2019
Sie sind auch bei der zweiten Auflage von „Victory Over War“ dabei: Die Siegener HipHop-Formation B.E. & Fläshmob.  Quelle: Michael Hoffsteter
Marburg

Am Freitag kommender Woche (5. Juli) findet die zweite Auflage des Festivals „Victory Over War“ (Sieg über den Krieg) auf dem Gelände der Marburger Waggonhalle statt. Headliner ist in diesem Jahr der Bazouka Groove Club. Wer deren Sänger Basti Blanke kennt, weiß, dass er und seine Bandkollegen für „klare Kante“ stehen.

Deshalb sagt er über die Motivation der Band, auf dem Festival zu spielen: „Wer glaubt, dass man für den Frieden Kriege führen kann, glaubt wahrscheinlich auch, dass Sex gut für die Enthaltsamkeit ist. Deshalb enthalten wir uns nicht und kriegen etwas dafür.“

"Erst wenn die Kriege besiegt werden, haben wir gewonnen!"

Auch Naomi Keates, Sängerin und Gitarristin der Band „Yerba Colorá“, freut sich auf den 5. Juli und sagt: „Unsere Gruppe setzt sich aus vier Nationalitäten – Großbritannien, Peru, Australien, Deutschland – zusammen und gerade deshalb möchten wir zeigen, dass Musik Grenzen überwindet und Menschen verbindet.“ Und da die Britin bei „Yerba Colorá“ vorzugsweise auf Spanisch singt, setzt sie noch nach: „¡Viva la musica y la paz!“

Im spanischen und lateinamerikanischen Kulturraum ist auch die Musik des „Ensembles Santiago“ verwurzelt. Bandleader und Gitarrist Johannes Treml, der schon bei der VOW-Premiere im vergangenen Jahr auf der Bühne gestanden hatte, sagt über die Veranstaltung: „Die Konzertprogramme des ,Ensembles Santiago‘ 
verbinden mit viel Respekt und Fingerspitzengefühl verschiedenste Zeiten und Kulturen.“ Das VOW-Festival, so Treml, sei wichtig, „da es den Frieden in den Mittelpunkt stellt und somit daran erinnert, was wirklich zählt.“

Auch für die HipHop-Formation B.E. & Fläshmob“ ist „Victory Over War“ schon bekanntes Terrain. Und nach 2018 war es keine Frage für die Siegener, dass sie auch jetzt wieder dabei sind: „Wir sind froh, in diesem Jahr wieder hier zu spielen, weil es bei keinem Krieg dieser Welt einen Gewinner gibt. Erst wenn die Kriege besiegt werden, haben wir gewonnen!“

Oggie Wisdom Lauer von der heimischen Reggae-Band „Rising Fire“ findet, dass „Frieden unsere Herzen regieren“ sollte: „Manchmal wird Frieden nur auf dem Papier verhandelt – Verträge werden unterzeichnet, die dann in der Schublade landen.“ Das, so Lauer, sei nicht der „Frieden, nach dem wir uns sehnen“.

"VOW 2019"

Den Auftakt bei „Victory Over War“ am 5. Juli auf dem Marburger Waggonhallengelände­ macht ab 15 Uhr das ­Ensemble Santiago. Johannes Treml und seine Gruppe spielen spanische Musik der Renaissance- und Barockzeit sowie einen Mix aus mediterranen und lateinamerikanischen Stilen. Im Anschluss steht die ­Hispano-Fusion-Band Yerba Colorá um die britische Sängerin Naomi Keates auf der Bühne, bevor Michal Bandacs Band MoGlo ihre Rockshow abbrennt.
Afrikanischen Roots-Reggae gibt‘s danach mit Rising Fire, gefolgt von der HipHop-Formation B.E.& Fläshmob. Den Abschluss des „VOW“-Festivals macht dann der ­Bazouka Groove Club mit deutschem Raprock.     

Festivalmacher Michal Bandac hat auch in diesem Jahr neben den auftretenden Bands wieder zahlreiche Initiativen und Vertreter der Marburger Stadtgesellschaft für sein Projekt gewinnen können. Landrätin Kirsten Fründt hat die Schirmherrschaft für „VOW 2019“ übernommen, auch Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies hat sein Kommen angekündigt.

Die „Marburger Tafel“ stellt während des Festivals ebenso ihre­ Arbeit vor wie der Runde Tisch der Religionen, Amnesty International und lokale Flüchtlingsinitiativen. Wichtig ist Bandac, dass Inhaber des Marburger Stadtpasses und Menschen mit befristeter Aufenthaltsgenehmigung freien Eintritt zu dem Festival haben.

Reguläre Tickets kosten 20 Euro im Vorverkauf (ermäßigt 18 Euro zzgl. Gebühr). „Dafür sehen die Besucher sechs Bands, die von 15 Uhr bis in den späten Abend spielen“, sagt Bandac, der hofft, dass die Publikumsresonanz groß genug ist, um nach dem „Kassensturz“ auch die „Tafel“ noch finanziell ein wenig unterstützen zu können.

Einlass ist am 5. Juli ab 14 Uhr, das Musikprogramm beginnt um 15 Uhr. Geplant ist das Festival als Open-Air-Veranstaltung, bei Regen ziehen die Bands in den Saal der Waggonhalle um. Vorverkaufstickets gibt es über die Waggonhalle, aber auch in den Geschäftsstellen der Oberhessischen Presse im Schlossbergcenter und im Franz-Tuczek-Weg.   

von Carsten Beckmann