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Marburg In der Arbeitsagentur impft jetzt die „Wilde 13“
Marburg In der Arbeitsagentur impft jetzt die „Wilde 13“
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12:00 29.12.2021
Zack – geboostert: Jan Lemke erhält im Berufsinformationszentrum der Marburger Arbeitsagentur die Corona-Impfung von Amtsarzt Holger Weckesser.
Zack – geboostert: Jan Lemke erhält im Berufsinformationszentrum der Marburger Arbeitsagentur die Corona-Impfung von Amtsarzt Holger Weckesser. Quelle: Foto: Andreas Schmidt
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Marburg

Jan Lemke, Geschäftsführer von Daube Nutzfahrzeuge, sitzt im Berufsinformationszentrum (Biz) der Marburger Arbeitsagentur. Aber nicht, weil sich der 54-Jährige über Berufsbilder informieren möchte: Er hat seinen Pulli ausgezogen und bekommt von Amtsarzt Holger Weckesser seine Corona-Booster-Impfung. Für ihn war es keine Frage, sich boostern zu lassen: „Sie ist für die Sicherheit und die Gesundheit von mir und der Menschen auch in meinem Umfeld wichtig“, sagt der Cölber gegenüber der OP. Zudem bedeute sie die Möglichkeit, ein Stück mehr am sozialen Leben teilzuhaben – auch aufgrund der drohenden Gefahr durch die Omikron-Variante.

Lemke findet das neue Angebot, das von Arbeitsagentur und Gesundheitsamt mit Unterstützung der Bundeswehr ins Leben gerufen wurde, gut. „Die Lage der Agentur ist strategisch natürlich sehr gut, nachdem das Impfzentrum im Afföller abgebaut wurde – das Haus ist gut angebunden, die Räumlichkeiten sind prima, die Hygienestandards sind gegeben“, sagt er. Und dass das Biz so flexibel umfunktioniert werden könne, findet er hervorragend.

Gemeinsame Idee

Impfzentrum statt Berufs-Infos – wie kam es zu der Idee? Dazu sagt der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow (CDU), dass er mit dem Marburger Agenturleiter Volker Breustedt am Rande eines Termins über das Thema Impfen gesprochen habe. „Ich hatte gerade einen Brief an die Kammern fertiggestellt, um bei ihnen für die Impfung zu werben.“ Zachow und Breustedt kamen gemeinsam schnell auf die Idee, auf die Unternehmensdatenbank der Agentur zuzugreifen und den Brief nicht nur an die Kammern, sondern eben direkt an die Unternehmen im Kreis zu schicken. Zachow erläutert, dass die Resonanz auf das Schreiben sehr gut gewesen sei. Denn: „Viele Unternehmen haben geantwortet, dass sie bereits mit ihrem Betriebsarzt in Kontakt stünden – viele haben sich aber auch an uns gewendet mit der Aussage, dass sie die Belegschaft gerne impfen würden, keinen Betriebsarzt hätten und die Hausärzte ausgelastet seien.“

Also hat die Arbeitsagentur in der Woche vor Weihnachten „zunächst Unternehmen mit einer Größe von bis zu 50 Mitarbeitern angeschrieben und zu dem Termin hier in der Arbeitsagentur eingeladen“, erläutert Breustedt.

Er betont: „Es ist hervorragend, dass die Aktion nicht nur so gut funktioniert, sondern auch so schnell umgesetzt wurde. Denn es hat vom Wachsen der Idee bis jetzt nur ungefähr zwei Wochen gedauert.“ Durch die Kürze der Zeit „ist die Zahl der Rückmeldungen bestimmt noch ausbaufähig“, sagt Breustedt. Doch immerhin kamen am Dienstag etwa 40 Menschen, die sich hätten boostern lassen. Damit sei man dem Ziel einer möglichst hohen Impfquote ein weiteres Stück näher gekommen.

Handlungsfähig bleiben

Breustedt betont: „Wir sorgen damit auch dafür, dass Unternehmen handlungsfähig bleiben und weiter produzieren können, wenn Omikron kommt.“

Eine Woche zuvor war das Impfteam mit dem Spitznamen „Die Wilde 13“ – weil es das 13. mobile Impfteam des Landkreises ist – bereits in einer Gladenbacher Firma zu Besuch, hat dort 50 Menschen geimpft. Und in der ersten Januar-Woche wird die „Wilde 13“ in zwei weiteren Unternehmen impfen.

Dr. Birgit Wollenberg, Leiterin des Gesundheitsamts, betont: „Es wird nicht nur geboostert, sondern es sind auch Erstimpfungen möglich. Wir wollen extra ein besonders niedrigschwelliges Angebot machen, damit die Menschen es so leicht wie möglich haben, an ihre Impfung zu kommen.“ Und: Nicht nur Beschäftigte der Unternehmen dürften sich an den Terminen impfen lassen, „sondern natürlich auch die Angehörigen“.

Nachdem der Aufschlag nun gemacht ist, wird das Angebot weiter ausgebaut: Im nächsten Schritt werden nun Betriebe, die zwischen 50 und 300 Mitarbeitern haben, gezielt auf das nächste Impfangebot in der Arbeitsagentur aufmerksam gemacht.

Interessierte Betriebe können zudem per E-Mail an impfteam-corona@marburg-biedenkopf.de auch direkt Sammel-Impftermine für ihre Mitarbeitenden anfragen.

Von Andreas Schmidt

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