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Marburg Vieles ist schon online möglich
Marburg Vieles ist schon online möglich
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13:58 10.03.2021
Das Tablet ergänzt den klassischen Unterricht und ermöglicht „Homeschooling“ in Coronazeiten. Auch in Zukunft werden digitale Angebote an Schule und Universität eine Ergänzung sein.
Das Tablet ergänzt den klassischen Unterricht und ermöglicht „Homeschooling“ in Coronazeiten. Auch in Zukunft werden digitale Angebote an Schule und Universität eine Ergänzung sein. Quelle: Michael Rinde
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Marburg

Digitale Technik ist seit Jahren auf dem Vormarsch, immer mehr lässt sich online erledigen. Die Pandemie hat das weiter vorangetrieben. Vieles, was in Behörden, Schulen und Universität jetzt ausprobiert worden ist, wird auch in Zukunft möglich sein. Ein Überblick:

Digitale Verwaltungs-Dienstleistungen für Bürger

Die Stadt Marburg bietet den Bürgerinnen und Bürgern schon bei mehr als 50 Angelegenheiten an, diese online unter https://digital.marburg.de zu erledigen, teilt Pressesprecherin Birgit Heimrich mit. In Zukunft sollen es noch mehr werden – über die Corona-Pandemie hinaus. Bei einigen Leistungen fehle aber noch die gesetzliche Grundlage, zum Beispiel für das Anmelden eines Wohnsitzes, Anträge für einen Personalausweis oder Reisepass, die Anmeldung zur Eheschließung oder die Eheschließung selbst.

Derzeit arbeite die Stadt Marburg als Modellkommune an der Umsetzung einer digitalen Unterschrift für jedermann. „Damit können zukünftig auch Leistungen, bei denen ein Unterschriftserfordernis besteht, online angeboten werden“, erklärt Heimrich. Aber: Selbstverständlich wird es weiter möglich sein, diese Angelegenheiten auch vor Ort zu erledigen.

Kreisverwaltung hat einen Online-Briefkasten

Die Kreisverwaltung hat in der Pandemie ebenfalls digital aufgerüstet, wie Pressesprecher Stephan Schienbein auf OP-Nachfrage mitteilt. So sind seit Sommer 2020 Anträge auf Unterhaltsvorschuss, auf Übernahme des Elternbeitrages in Kindertagesstätten und auf Förderung der Tagespflege online möglich.

„Auch ein digitaler Postkorb (Online-Briefkasten) ist seit November 2020 über die Homepage erreichbar“, berichtet Schienbein. „Auf der Web-Seite können Bürgerinnen und Bürger ihre Anliegen gezielt einer Organisationseinheit zuordnen, diese erläutern und auch Dateien hochladen.“

Digitale Lehre in der Uni

In der Pandemie müssen viele Studierende kaum noch zur Universität kommen – doch die Sorge, dass die Philipps-Universität zur Fern-Uni wird, ist unbegründet. Die Universität setzt für die Zeit nach der Pandemie grundsätzlich wieder auf Präsenzlehre.

„Durch die Corona-Pandemie sind viele neue Lehrformate entstanden: Live-Sitzungen, Lernvideos und Vorlesungs-Podcasts sowie virtuelle Labore sind nur wenige Beispiele“, sagt Prof. Dr. Evelyn Korn, Vizepräsidentin für Studium und Lehre. „Doch die Pandemie zeigt auch: Forschung und Lehre leben vom persönlichen Austausch.“ Sowohl Studierende als auch Lehrende hätten in Befragungen den Wunsch nach Rückkehr zu Präsenzveranstaltungen deutlich zum Ausdruck gebracht.

Lernen ist nun flexibel

Allerdings gebe es auch Vorteile von digitalen Methoden. Zum Beispiel sei es durch zeitversetzte Lehrformate für Studierende einfacher, das Lernen flexibel zu organisieren, wenn sie berufstätig sind, Familie oder ein Ehrenamt haben. „Wir freuen uns, dass einige Lehrende berichten, dass sie auch in Zukunft mit digitalen Werkzeugen arbeiten möchten.

Auch die Studierenden haben, das zeigen die Auswertungen der letzten beiden Semester, Interesse an und eine Bereitschaft für eine Erweiterung der Lehrmethoden um digitale Veranstaltungen oder Veranstaltungsteile“, sagt Korn. „Dort, wo digitale oder digital gestützte Lehre Studierenden und Lehrenden mehr Flexibilität oder ein neues wissenschaftliches Arbeiten ermöglichen kann, werden wir entsprechende Angebote weiterhin unterstützen.“

Digitalisierung in den Schulen

Die meisten Eltern, Lehrkräfte, Schüler und Politiker sind sich einig: Digitale Angebote können den Unterricht in den Schulen nicht vollständig ersetzen. Aber sie können auch nach der Pandemie eine sinnvolle Ergänzung sein. „Wir haben gemerkt, welche großen Möglichkeiten digitale Medien beim individuellen Lernen geben“, sagte Schulamtsleiter Burkhardt Schuldt Mitte Februar bei der „Elternakademie“.

Vize-Landrat Marian Zachow meint: „Der Unterricht ist partizipativer und dialogischer geworden durch digitale Formate.“ Der Landkreis will deshalb auch weiter in die digitale Schul-Infrastruktur investieren – auch über die Pandemie hinaus. So soll es bis Ende 2022 in jedem Klassenraum WLAN geben.

Von Stefan Dietrich