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Marburg In Enttäuschung mixt sich ein Jamaika-Signal
Marburg In Enttäuschung mixt sich ein Jamaika-Signal
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11:58 22.03.2021
Das Marburger Stadtparlament bei einer Sitzung im Erwin-Piscator-Haus Ende Januar. Nach der Kommunalwahl ist es anders zusammengesetzt als bisher.
Das Marburger Stadtparlament bei einer Sitzung im Erwin-Piscator-Haus Ende Januar. Nach der Kommunalwahl ist es anders zusammengesetzt als bisher. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Nach dem Verlust von zwei Stadtverordneten-Sitzen und somit dem Ende des Fraktionsstatus, herrscht in der FDP Enttäuschung. „Für uns als Partei ist das Ergebnis unschön, die individuellen Kandidaten und Politiker sind geknickt“, sagt Michael Selinka, Listenführer. „Wir haben nicht erreicht, was wir erreichen wollten, und für uns wird die politische Arbeit in Zukunft schwerer.“ Allerdings werde man – eben was einen so noch möglichen Fraktionsstatus angeht – zum einen mit Bürgern für Marburg als auch mit Piraten, „keinesfalls“ aber mit der AfD sprechen.

FDP: Bernshausen sei eine „sympathische Kandidatin“

Jamaika und Ampel: Angesichts der offenen Mehrheits-Frage und der Tatsache, dass die FDP trotz Prozentverlusten absolut 5.000 Stimmen mehr als 2016 bekam, signalisiert er aber auch Kooperationsbereitschaft. „Wir haben klare Ideen, für Stadtentwicklung, Schule, Sport, Verkehr und mehr“, sagt Selinka und verweist auf Linksbündnis-Gefahren vor allem in Bezug auf mögliche Gewerbesteuer-Erhöhung samt Wirtschaftsfolgen.

Vor allem die Grünen hätten sich aber in den vergangenen Jahren als „pragmatischer Partner“ in Sachfragen erwiesen und mit Nadine Bernshausen sei eine „sympathische Kandidatin“ im Rennen. Wahlempfehlung gebe es aber keine.

Klimaliste: „Keine verwässerten Kompromisse“

Die Klimaliste hat ihrerseits noch nicht über den Fraktionsvorstand entschieden und wird auch keine Wahlempfehlung etwa pro Bernshausen aussprechen. Man werde ihr und Dr. Thomas Spies (SPD) Fragen stellen, an den Antworten sollten sich Wähler orientieren. Man sei, was Regierungsverantwortung angehe – für ein grün-rot-grünes Bündnis würde es rechnerisch reichen – offen. Aber „Verwässerte Kompromisse“ in Klimaschutzfragen kämen „nicht in Frage“, sagt Maik Schöniger, Listenführer.

Dr. Michael Weber, der abermals viele Direktstimmen von Wählern bekam, sagt, er ist „zufrieden“, dass die Piraten in Stadt- und Kreisparlament weiter als „wichtiger Impulsgeber“ auftreten könnten. Im Gegensatz zu anderen, auch neuen Listen setze man nicht auf „populäre Trendthemen“.

Pozzi: Klar unter den Möglichkeiten geblieben

Man habe vielmehr „allerhand Ideen“, vor allem in den Bereichen Digitalisierung, Schule und Bürgerbeteiligung sowie Verkehrswende und damit Stadtentwicklung. Eine Wahlempfehlung gebe es von den Piraten nicht.

Die AfD sagt, sie sei „klar unter den Möglichkeiten geblieben“. Man habe wohl vor allem keine Nichtwähler mobilisieren können. Matthias Pozzi, künftig einziger Stadtverordneter, will sich vor allem um Verkehrs, Sicherheits- und Finanzfragen kümmern – etwa was freiwillige Leistungen im Kulturbereich angeht.

AfD spricht sich für Bernshausen aus

Die AfD werde dafür werben, das die Grünen als stärkste Fraktion im Parlament auch die nächste Oberbürgermeisterin stellen. „Das macht Sinn. Und ein Wechsel im Rathaus wirkt dem roten Filz entgegen“, sagt Pozzi.

Von Björn Wisker

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