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Marburg Vereinen fehlt Platz, neue Sporthalle soll helfen
Marburg Vereinen fehlt Platz, neue Sporthalle soll helfen
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10:00 06.07.2021
Triste Fläche ohne Freizeitwert: Der Ortsbeirat Cappel würde den August-Bebel-Platz und das nahe Alte Rathaus gerne wieder für die Stadtteil-Bewohner nutzbar machen.
Triste Fläche ohne Freizeitwert: Der Ortsbeirat Cappel würde den August-Bebel-Platz und das nahe Alte Rathaus gerne wieder für die Stadtteil-Bewohner nutzbar machen. Quelle: Archiv
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Cappel

Die Sehnsucht der Cappeler nach einem zentralen Treffpunkt wird größer. Seit der Belegung des Alten Rathauses durch die Kinderbetreuungs-Gruppen der „Kita Goldbergstraße“ und mit dem seit Jahren brachliegenden August-Bebel-Platz, ist die Raum-Problematik für die Cappel-Bewohner größer denn je. Kann die nun geplante Steinmühlen-Sporthalle Linderung schaffen?

„Es fehlt an allen Ecken und Enden, für Vereine, Chöre, Feiern und Treffen“, sagt Peter Hesse (SPD), Ortsvorsteher während der vergangenen Ortsbeiratssitzung. Und eine Besserung sei, eben wegen der noch auf Jahre geplanten Kita-Nutzung des Alten Rathauses, dem Zeitraum bis zur Kita-Fertigstellung nicht in Sicht. „Realistisch ist es, dass das Gebäude der Allgemeinheit erst wieder ab 2025, 2026 zur Verfügung steht.“ Zwar gebe es eine Zusage des Magistrats, dass es nach der Kita-Nutzung keine andere „Zweckentfremdung“ des Gebäudes geben solle. Auch investiere die Stadt viel Geld in Bauprojekte im Stadtteil – aktuell vor allem in den neuen Feuerwehr-Stützpunkt - doch am akuten Platzbedarf für Freizeitzwecke ändere das nichts. Zumal der Bebel-Platz weiterhin nicht nutzbar gemacht werde.

Ja zur Steinmühlen-Sporthalle – aber Wunsch nach Zeiten für Vereine

Vorsichtig schielt man im Ortsbeirat daher auf das neueste Bauvorhaben der Steinmühle am Ortsrand. Das Landschulheim will eine Sporthalle bauen, was die Gremiumsmitglieder zwar befürworten – aber auf Zeiten für Cappels Vereine, ein Belegungsrecht der Halle für Stadtteil-Initiativen einfordern. „Die Fläche sollte für alle, zumindest für mehr als nur Steinmühlen-Zwecke nutzbar sein“, sagt Sören Heine (Grüne) mit Verweis auf die Zeiten nach Schulschluss, speziell die Abendstunden.

In Aussicht gestellt ist das laut Hesse wohl, da es von der Steinmühle jedoch fixe Kooperationen etwa mit Blau Gelb Marburg und dem Judoverein gebe, könnten viele Belegungszeiten jedoch bereits blockiert sein. Tanja Bauder-Wöhr (Linke) spricht von einem offenbar ausgesprochenen „Auslastungs-Vorbehalt“, plädiert aber dafür, „auf eine Ermöglichung für die Nutzung durch die Allgemeinheit zu drängen“.

Hesse kündigt an, noch im Sommer entsprechende Nutzungs-Gespräche mit der Steinmühle und Stadtverwaltung zu führen. Sören Heine gab sodann zu bedenken, dass auch die etwa von der HSG Cappel genutzte Conrad-Hahn-Halle in der Goethestraße „den Zenit nicht nur bei den Sanitäranlagen überschritten hat“ und es – wie in der Kommunalpolitik vor allem von der FDP seit langem angeprangert – schon jetzt zu wenige überdachte Sportflächen, keine und schon gar keine stadtteil-nahen Ausweichmöglichkeiten gebe. Für einen Stadtteil mit rund 7500 Einwohnern sei das „infrastrukturell zu wenig“.

Von Björn Wisker