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Marburg Impfstoff-Tests genehmigt - Uni Marburg beteiligt
Marburg Impfstoff-Tests genehmigt - Uni Marburg beteiligt
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12:51 02.10.2020
Mitarbeiter des Pharmaunternehmens IDT Biologika in Dessau arbeiten an der Produktion eines Impfstoffs gegen Corona. Dieses Bild stammt aus einer früheren Impfstoffproduktion. Quelle: Jan Woitas/dpa/Archiv
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Marburg

Das Paul-Ehrlich-Institut, das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, hat grünes Licht für die klinische Prüfung mit dem Impfstoff MVA-Sars-2-S gegen Covid-19 gegeben. Der Vektor-Impfstoff wurde von den Wissenschaftlern des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) und der IDT Biologika GmbH entwickelt.

Er wird in der ersten klinischen Phase auf seine Sicherheit, Verträglichkeit und auf seine spezifische Immunantwort gegen den Erreger untersucht. Finanziert durch öffentliche Mittel des DZIF, soll die klinische Studie Anfang Oktober mit der Rekrutierung der ersten der insgesamt 30 Studienteilnehmer im medizinischen Auftragsinstitut CTC North am Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) starten.

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„Wir freuen uns über die Genehmigung des Paul-Ehrlich-Institutes. In den vergangenen Monaten wurde der Impfstoff mit unseren DZIF-Kooperationspartnern Professor Gerd Sutter von der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und Professor Stephan Becker von der Philipps-Universität Marburg entwickelt“, sagt Professorin Marylyn Addo, Leiterin der Infektiologie des UKE, die als verantwortliche Prüfärztin die klinische Studie leitet.

„Das geht nicht in ein paar Wochen“

Das Ausgangsvirus wurde schon vor mehr als 30 Jahren an der LMU als sicherer Impfstoff gegen Pocken generiert und wurde bereits erfolgreich für die Entwicklung eines Impfstoffs gegen MERS erprobt. Im Marburger Labor des Instituts für Virologie auf den Lahnbergen findet im Labor das Immun-Monitoring statt – also die Charakterisierung der Antikörper-Antwort auf den Impfstoff.

Der Impfstoff für die klinische Phase I wurde von der Firma IDT Biologika in Dessau hergestellt. Die Produktion dauerte rund drei Monate. Obwohl die Entwicklung im Vergleich zu früheren Verfahren sehr viel schneller läuft, wird in diesem Jahr noch kein Impfstoff zur Verfügung stehen.

„Die Entwicklung eines Impfstoffs ist ein langwieriger, mühsamer Prozess, vor allem die klinische Prüfung für die Zulassung eines Kandidaten. Das geht nicht in ein paar Wochen“, macht Professor Becker deutlich.

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der Montagsausgabe der OP.

Von Manfred Hitzeroth

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